Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Holsten-Fleet: So gehen die Arbeiten voran
Kiel Holsten-Fleet: So gehen die Arbeiten voran
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:45 30.10.2019
Von Steffen Müller
Die Klinkerarbeiten am südlichen Becken sind bereits abgeschlossen. Im nächsten Schritt stehen unter anderem Asphalt- und Pflasterarbeiten an. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Damit ist der zeitliche Ablauf, den die Stadt im März vorgestellt hat, weiterhin aktuell. Offiziell eingeweiht wird das umstrittene Vorzeige-Bauprojekt in der Innenstadt im Frühjahr 2020, wenn sämtliche Gestaltungsmaßnahmen – etwa das Aufbringen der endgültigen Graustufen-Oberfläche aus Epoxidharz – rund um den Kanal erfolgt sind. "Die sind nur bei Temperaturen von dauerhaft mehr als acht Grad Celsius möglich", erläutert Arne Ivers.

Kanal über eine Länge von 180 Metern

Wenn das Holsten-Fleet – in der nicht offiziellen Amtssprache Kleiner-Kiel-Kanal genannt – fertig ist, erstrecken sich auf einer Länge von 180 Metern zwischen Bootshafen und Kleiner Kiel zwei Becken mit jeweils 1,50 Meter Wassertiefe. Das Nordbecken wird 85 Meter lang und 9,50 Meter breit und liegt auf der ehemaligen Straße Holstenbrücke. Am Berliner Platz, wo einst der Kreisel war, entsteht das 45 Meter lange und 19,50 Meter breite Südbecken.

Klinkerarbeiten am Südbecken abgeschlossen

Besucher der Innenstadt werden unweigerlich bemerkt haben, dass sich am Holsten-Fleet in den letzten Wochen sichtbar etwas verändert hat. Die Klinkerarbeiten am Südbecken sind abgeschlossen und der Abschluss die Klinkerarbeiten am Nordbecken steht bevor. Außerdem wurde die Vorfläche vor dem Primark-Gebäude fertiggestellt. Bis zur Eröffnung des Textil-Discounters am 6. November soll zusätzlich der Übergang der Holstenstraße über die Holstenbrücke mit dem neuen Pflaster belegt und nutzbar sein.

Weitere Arbeiten schon in Planung

Die nächsten sichtbaren Veränderungen sind Arbeiten an der Mittelinsel in der Andreas-Gayk-Straße, am vorhandenen Pflaster der Holstenstraße in Richtung Asmus-Bremer-Platz, das Setzen der Kantsteine parallel zum Nordbecken, die Asphaltierung der Fahrbahn zwischen Holstenstraße und Martensdamm sowie die Pflasterung der Flächen auf der Meislahn-Seite des Nordbeckens. Die Arbeiten auf der Seite des Gebäudes der Ahlmann-Stiftung an der Ecke zur Küterstraße können erst beginnen, wenn dort die Fassadenarbeiten abgeschlossen sind. Damit ist in diesem Jahr aber nicht mehr zu rechnen, teilt die Stadt mit.

Das kostet das Holsten-Fleet

In der ursprünglichen Planung sollte das Holsten-Fleet 11 Millionen Euro kosten, doch diese Kalkulation ist nicht aufgegangen, nach aktuellem Stand werden 18,7 Millionen Euro fällig. Die Stadt begründet die Mehrkosten vor allem mit der boomenden Baukonjunktur und überraschenden Steigerungen bei der Gestaltung der Anlagen rund um die neuen Becken. Vor allem die Ausschreibung für die sogenannten Freianlagen, etwa die Bepflanzung und die Beleuchtung, hat die Kosten um rund 2,4 Millionen Euro in die Höhe getrieben. So sind die Betoneinfassungen der Pflanzeninseln jeweils teure Sonderanfertigungen. Außerdem musste schwach belasteter Boden entsorgt werden. Von den 18,7 Millionen Euro werden rund zwei Drittel vom Land gefördert. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei rund 6 Millionen Euro.

Gastronomische Angebot am Holsten-Fleet

Rund um das Ahlmann-Gebäude entsteht ein großes gastronomisches Angebot, das zur Wiederbelebung der Innenstadt beitragen soll. Wie berichtet, will ein noch nicht genannter Kieler Gastronom in dem 300 Quadratmeter großen Ladenlokal ein neues Craft-Bier-Konzept umzusetzen. Am Ende des Gebäudekomplexes an der Holstenstraße wird auf zwei Etagen mit jeweils 400 Quadratmetern ein sogenannter Marketplace mit Pizza- und Pasta-Variationen sowie einem dort ebenfalls integrierten Café einziehen. Ein weiteres Restaurant lässt sich am Berliner Platz nieder. In den Pavillon-Bau, in dem einst die Café-Kette Starbucks war, zieht der Burger-Laden „Hans im Glück“ und will einen großzügigen Außenbereich anlegen.

Weitere Neuansiedlungen in der Innenstadt

Zu den größeren Neuansiedlungen in der Holstenstraße zählen neben Primark außerdem der Nahversorger Edeka, der am Asmus-Bremer-Platz ins Erdgeschoss des Niu-Welly-Hotel kommt, sowie der Sportladen Decathlon. Vor zwei Wochen wurde außerdem auf dem ehemaligen C&A-Gelände der Grundstein gelegt für ein neues Wohn- und Hotelareal zwischen Bootshafen und Hafenstraße. Hier entstehen bis Mitte 2021 mehr als 100 Wohnungen und zwei Hotels mit zusammen 240 Zimmern.

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Künstliche Intelligenz (KI) hat auf der Ostsee ihre Bewährungsprobe bestanden. Ein Jahr nach dem Start eines Systems auf der Fähre „Stena Scandinavica“ liegen erste Ergebnisse. Die Reederei will die auf der Kiel-Göteborg-Route gewonnenen Erfahrungen jetzt auf allen Fährlinien einsetzen.

Frank Behling 30.10.2019

Der Ocean Dome als Dauerattraktion? Nach dem Aus für das Science-Center in Kiel vor ein paar Jahren wollen Kiel Marketing und Tourismusforscher nun eine ähnliche Attraktion für Besucher und Bürger in der Landeshauptstadt realisieren.

Jürgen Küppers 30.10.2019

Mit einer fünf Kilogramm schweren Hantel soll ein 48-jähriger Mann in Kiel einen langjährigen Bekannten im Streit erschlagen haben. Der Totschlag-Prozess gegen den Angeklagten beginnt am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht.

29.10.2019