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Kiel Verteidigung kritisiert Strafanträge
Kiel Verteidigung kritisiert Strafanträge
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13:06 17.04.2018
Im Wirtschaftsprozess gegen Mitarbeiter des früheren Fertigbauhausherstellers IBG Büdelsdorf wird am Landgericht in Kiel in Kürze ein Urteil erwartet. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Der Staatsanwalt hatte am Vortag fünf Jahre und vier Monate Haft für den Steuerberater sowie jeweils mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe für die beiden Ex-Geschäftsführer gefordert. Ein Urteil wird am Montag, 23. April, erwartet.

Beiden Ex-Geschäftsführern legt der Ankläger Hinterziehung von Umsatzsteuer in Höhe von knapp neun Millionen Euro zur Last. Der Steuerberater und ein Geschäftsführer seien zudem der gewerbsmäßigen Untreue beziehungsweise der Beihilfe schuldig zu sprechen. Mit dem Verkauf von Scheinversicherungen für Bauherren hätten sie einen Schaden von zwei Millionen Euro angerichtet.

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Verteidigung: absurdes Strafmaß

Die Verteidigung bezeichnete das geforderte Strafmaß als „völlig absurd“. Sie plädierten auf zweieinhalb Jahre Haft beziehungsweise „deutlich unter drei Jahren“ für die beiden Ex-Geschäftsführer. Für den Steuerberater stellten sie keinen konkreten Strafantrag. Alle Mandanten hätten eingeräumt, dass sie Fehler gemacht hätten und diese bereuten, betonten sie. Bei der Umsatzsteuer sei es den Angeklagten nicht um Eigenbereicherung gegangen, sondern darum, die in Schieflage geratene Firma am Leben zu erhalten und Bauherren vor Schäden zu bewahren.

Die Pleite des Fertighaus-Herstellers hinterlässt bundesweit rund 2400 Geschädigte und Ansprüche von rund 120 Millionen Euro.

Von dpa

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