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Kiel Bald kein Gratis-Parken mehr auf dem Wilhelmplatz?
Kiel Bald kein Gratis-Parken mehr auf dem Wilhelmplatz?
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12:53 08.08.2019
Von Kristiane Backheuer
Johanna Uphaus (28) ist froh, dass das Parken auf dem Wilhelmplatz nichts kostet. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Lautes Hämmern und das Dröhnen von Motoren schallen über den Wilhelmplatz in Kiel. Dort, wo sonst die Autos dicht an dicht stehen, hat gerade der „Circus Krone“ seine Zelte aufgebaut. Sehr zum Verdruss der vielen Pendler, Anwohner und Kurzparker.

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Umliegende Straßen sind komplett dicht geparkt

Auch wenn die Ferien derzeit die Situation etwas entschärfen, so sind doch alle umliegenden Seitenstraßen komplett dicht geparkt. „Wenn hier solche Veranstaltungen sind, wirkt sich das bis kurz vor Kronshagen aus“, sagt Christina Urbat (50).

Die Inhaberin des Blumengeschäfts „Blumery“ in der Eckernförder Straße blickt nach draußen. Direkt vor ihrer Tür stehen etliche Autos in der zweiten Reihe mitten auf der rechten Fahrbahn. Eine Frau parkt gerade auf einem der Taxi-Plätze am Arndtplatz ein. Sogar absolutes Halteverbot wird ignoriert. 

„Auch meine Kunden und ich sind auf die zweite Reihe angewiesen“, sagt die Floristin. „Ohne die könnte ich meinen Laden dicht machen.“ Dennoch findet sie es prima, dass endlich mal über den Wilhelmplatz nachgedacht wird.

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Zirkus und Jahrmarkt aus der Stadt Kiel verbannen?

„Eine Parkgebühr ist dringend nötig. Die Zeiten, in denen man in Innenstadtnähe kostenlos parken kann, sind vorbei.“ Die Gebühren müssten aber moderat sein, und für Dauerparker müsste es eine kostengünstige Lösung geben. Außerdem plädiert Christina Urbat dafür, dass jedes neue Gebäude in Kiel künftig über eine Tiefgarage verfügt. „Und solche nicht mehr zeitgemäßen Events wie Zirkus oder Jahrmarkt müsste man vor die Tore der Stadt verlagern. Beispielsweise auf das Nordmarksportfeld“, sagt sie.

Auf der anderen Straßenseite steht Köchin Birte Lück (50) am Herd im Restaurant „James & the Cook“. „Ich könnte aufhören zu arbeiten, wenn ich für jedes Hupen 50 Cent bekommen würde“, sagt sie. „Die Autofahrer am Wilhelmplatz sind super unentspannt.“ Das Parken in zweiter Reihe halte auf, das Ein- und Ausparken am Mittelstreifen sorge für brenzlige Situationen. Eine Parkgebühr würde sie sehr begrüßen.

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Mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität

Genauso wie Tobias Cassalette, der seit sieben Jahren direkt am Wilhelmplatz wohnt. „Über Verbote – wie ein Autoverbot im Zentrum – kann man nichts erreichen“, sagt der 42-Jährige. „Stattdessen müssten die Radwege attraktiver werden.“ Auch Pendlerparkplätze seien eine gute Idee. „Niemand soll von heute auf morgen aufs Auto verzichten“, sagt der überzeugte Radfahrer, „aber eine Verkehrswende ist nötig.“ Außerdem könne man so vielleicht den Wilhelmplatz peu à peu den Bürgern zurückgeben. Mit viel Grün und mehr Aufenthaltsqualität. 

Angespannte Parksituation rund um den Wilhelmplatz

In einer Seitenstraße parkt derweil Johanna Uphaus (28) ihr Auto in der zweiten Reihe und lädt ein Lattenrost ein. „Ich wohne seit vier Jahren hier und bin froh, dass das Parken auf dem Wilhelmplatz nichts kostet.“

Die Parksituation sei hier im Zentrum „ziemlich, ziemlich angespannt“. In Stoßzeiten, am Wochenende oder wenn noch ein Zirkus so wie jetzt dazu käme, sei es eine Katastrophe. Aufs Auto wolle sie aber trotzdem nicht verzichten. Da müsse erst die Situation für Radfahrer bedeutend besser werden.

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