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Kiel Arkadencafé war Teil der Barschel-Affäre
Kiel Arkadencafé war Teil der Barschel-Affäre
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06:39 02.10.2019
Von Steffen Müller
Besonders in den warmen Monaten – hier im Sommer 1973 – lockte das Arkadencafé Besucher aus Kiel und dem Umland an, die auf der Terrasse Kaffee und Nusstorte genossen. Quelle: Friedrich Magnussen
Kiel

Entstanden ist die Idee, an exponierter Stelle in Kiel ein Café zu errichten, bereits 1948. Initiator war Heinrich Klinzmann, der im Winter regelmäßig fror, wenn er an der Reventloubrücke auf den Fördedampfer wartete, der ihn nach Dietrichsdorf bringen sollte. Kurzentschlossen eröffnete er selbst zunächst einen Kiosk mit Imbiss, nur ein Jahr später wuchs das Gastronomie-Angebot, und es entstand der Pavillon-Bau, der in seiner Grundform noch heute erhalten ist - und in dem das Restaurant Louf noch bis Dezember 2019 existiert.

1970 eröffnete das Arkadencafé in Kiel

1970 nahm das Arkadencafé seinen Betrieb auf, das im April 2000 aus gesundheitlichen Gründen der beiden Pächter Dietmar Rücker und Manfred Meyer und wegen Umsatzrückgängen schließen musste. Namensgeber des Cafés waren die unter Denkmalschutz stehenden Arkaden vom heutigen Finanzministerium, unter denen nach dem Krieg zunächst der Kieler Kanu Klub seine Boote lagerte. 

Mögliches konspiratives Treffen 1987 im Arkadencafé

1987 soll sich im Arkadencafé – mit seiner unmittelbaren Nähe zum Landtag ein beliebter Ort für Politiker – ein Treffen abgespielt haben, das 1993 im Zuge der Barschel-Affäre der Gastronomie ungewollte Aufmerksamkeit bescherte. In einem vermuteten konspirativen Gespräch sollen sich im "Clubzimmer" der spätere Ministerpräsident Björn Engholm, der damalige SPD-Landesvorsitzende Günther Jansen und der frühere SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Gert Börnsen über Reiner Pfeiffer unterhalten haben, der den Barschel-Skandal durch ein Interview öffentlich gemacht hatte.

Zum Hintergrund

Der Barschel-Skandal erschütterte die Republik

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Kellner berichtet von Unterhaltung im Arkadencafé Kiel

Ein Kellner, der die Unterhaltung mitbekommen haben will, berichtete, dass die Worte "Eid", "Meineid" und "Pfeiffer" gefallen sein sollen sowie der Satz "Ja, und wenn er umkippt?". Die beschuldigten SPD-Politiker bestritten vor dem Untersuchungsausschuss, dass es dieses Gespräch im Arkadencafé in Kiel gegeben hatte.

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