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Kiel UKSH-Ärzte gehen am Dienstag in Ausstand
Kiel UKSH-Ärzte gehen am Dienstag in Ausstand
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12:44 03.02.2020
Von Heike Stüben
Bereits im April 2019 gingen Hunderte Klinik-Ärzte im Norden auf die Straße, um gegen die Arbetisbedingungen zu protestieren. Am 4. Februar ist es wieder soweit, weil die laufenden Terifverhandlungen mit den Ländern für die Ärzte in den Universitätsklinika nicht vorankommen. Quelle: Christian Charisius/Daniel Reinhard/dpa
Kiel

Am Dienstag, 4. Februar 2020, nachts um 0 Uhr beginnt der 24-stündige Warnstreik, bestätigte eine Sprecherin des Marburger Bundes auf Nachfrage von KN-online. Mit Bussen werden die Ärzte zu einer zentralen Kundgebung nach Hannover fahren. Mit dem UKSH an den Standorten Kiel und Lübeck wurde eine Notdienstvereinbarung geschlossen. Der Notdienst sei sichergestellt. Es gelte eine Besetzung wie an Wochenenden. Oliver Grieve, Sprecher des UKSH sagt gegenüber KN-online: "In Kiel gehen wir von einer moderaten Beteiligung der Ärzte an dem Warnstreik aus."

Die Ankündigung des Marburger Bundes erklärt, warum das UKSH so viele Patienten in den letzten Tagen kontaktiert und ihre Behandlungen und Operationen verschoben hat. Durch den Warnstreik der Ärzte werden die Auswirkungen des zweitägigen Warnstreiks der Pflegekräfte zumindest am Dienstag noch verstärkt. Patienten müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. 

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Marburger Bund: Ärzte wollen planbare Dienste

Ziel des Warnstreiks ist es, auf die Arbeitsüberlastung vieler Ärzte aufmerksam zu machen. Sie fordern eine manipulationsfreie Arbeitszeiterfassung und zuverlässige, planbare Dienst- und Freizeiten und eine generelle Begrenzung der Bereitschaftsdienste.

Überlange Arbeitszeiten und eine Vielzahl an Überstunden seien an der Tagesordnung. Die Mitgliederbefragung vom Marburger Bund ergab 2019: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit inklusive Dienste und Überstunden beträgt 56,5 Stunden, ein Drittel der Uniklinik-Ärzte (32 Prozent) arbeitet im Schnitt 60 Stunden und mehr pro Woche. Vor allem die hohe Anzahl an Nacht- und Wochenenddiensten raubt Zeit für Erholung, körperlichen Ausgleich, Fortbildung und persönliche Entfaltung.
Ärzte wollen planbare Dienste

"Der Marburger Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte in den Unikliniken substanziell zu verbessern. In den beiden bisherigen Verhandlungsrunden haben die Länder jedoch keine Bereitschaft erkennen lassen, konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Ärzte zu vereinbaren", erklärte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Arbeit im UKSH wird unattraktiv

Die Arbeitgeber hätten den Ernst der Lage noch nicht verstanden haben. "Unsere Mitglieder werden darauf eine entsprechend deutliche Antwort geben", kündigte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, an.

Die Arbeitgeber hätten in den bisherigen Verhandlungen den Eindruck vermittelt, als seien ungeregelte Arbeitszeiten, fehlende Arbeitszeiterfassungen, pauschale Kappungen der geleisteten Arbeitszeit, ungeplante Inanspruchnahme und regelmäßige Wochenenddienste bei einer Anstellung in einem Universitätsklinikum billigend in Kauf zu nehmen.

"Diese Anmaßungen nehmen die Ärztinnen und Ärzten in den Unikliniken nicht länger hin. Ohne eine wirksame Entlastung wird die ärztliche Tätigkeit in der Universitätsmedizin unattraktiv. Spitzenmedizin braucht gute Arbeitsbedingungen und eine faire Vergütung. Das muss endlich auch in die Köpfe der Arbeitgeber", sagte Botzlar.

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