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Kiel Kiel: Luftfilter in Schulen nur mit Geld von Bund und Land
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Kiel: Luftfilter in Schulen nur mit Geld von Bund und Land

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09:00 22.12.2021
Von Michael Kluth
Luftfilter im Klassenraum.
Luftfilter im Klassenraum. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Kiel

Die Stadt Kiel macht die Anschaffung von Luftfiltern für Klassenräume an den Kieler Schulen weiter von Fördermitteln des Bundes und des Landes abhängig. Die Kieler Ratsversammlung hat die Stadtverwaltung beauftragt, solche Fördermittel zu akquirieren. Städtische Ämter sollen lediglich die Installation vorbereiten.

Für den Antrag der rot-grünen Kooperation stimmten die SPD, die CDU und die Mehrheit der Grünen. Die Linke, FDP, AfD, SSW, drei fraktionslose sowie zwei grüne Ratsherren stimmten dagegen.

FDP und SSW kritisierten den Beschluss scharf. Beide Fraktionen hatten 500.000 Euro im städtischen Haushalt 2022 für Luftfilteranlagen an Schulen beantragt. Ohne Erfolg.

FDP: „Rot-Grün ist nicht entscheidungsfähig“

„Während die vierte Corona-Welle grassiert und Omikron immer näher rückt, flüchten die Mehrheitsfraktionen sich in eine zeitraubende Fördermittel-Akquise“, sagte FDP-Fraktionschef Ingmar Soll.

Dabei sei es in der kühlen Jahreszeit unverzichtbar, so zielgenau wie möglich Luftfilteranlagen in den Klassenräumen aufzustellen, statt zur Lüftung die Fenster aufzureißen, sagte Soll. Nur so könne „eine bestmögliche Luftreinigung ohne Auskühlung der Klassenräume erfolgen“. Zugleich werde „die Verbreitung des Virus in einer Personengruppe ohne umfassenden Impfschutz weitestgehend reduziert“.

Luftfilteranlagen schützten im Übrigen nicht nur vor Corona-Viren, argumentierte Soll weiter. „Sie filtern auch andere Krankheitserreger aus der Luft, die sich vor allem im Winter verbreiten.“

Der Freidemokrat attestierte seinen ehemaligen Kooperationspartnern von SPD und Grünen „ein trauriges Zeugnis mangelhafter Entscheidungsfähigkeit“.

SSW: „Wir können nur mit dem Kopf schütteln“

Ähnlich äußerte sich der SSW-Fraktionsvorsitzende Marcel Schmidt. Mit den bisherigen Förderungen hätten lediglich drei Klassenzimmer in Kiel mit Luftfiltern ausgestattet werden können – bei einer vierstelligen Zahl von Klassenräumen insgesamt. Als Schulträger dürfe die Stadt sich nicht aus der Verantwortung stehlen, das Lernen für die Kieler Schülerinnen und Schüler so sicher wie möglich zu gestalten, sagte Schmidt. „Wir können bei diesem Vorgehen nur den Kopf schütteln.“

Der SSW-Mann zählte derzeitige Defizite an den Kieler Schulen auf. Abstände könnten nicht überall eingehalten werden. Die Handdesinfektion allein schütze nicht vor Infektionen. Nicht alle Räume könnten richtig gelüftet werden.

„Es wäre die richtige Antwort auf diese Herausforderungen gewesen, schnell und unbürokratisch in die Beschaffung von Luftfiltern zu gehen“, sagte Schmidt. Auf Bund und Land sei kein Verlass: „Die Förderkriterien waren bisher weder sach- noch praxisgerecht und treffen nicht die Lebenswirklichkeit.“

Das steht im Beschluss der Ratsversammlung

Der Mehrheitsbeschluss der Ratsversammlung sieht vor, dass die Stadt „die Installation von Luftfiltern und anderen raumlufttechnischen Anlagen in Kieler Schulen“ so unterstützt, wie die Kieler Stadtbaurätin Doris Grondke es in einer Verwaltungsmitteilung im Schulausschuss der Ratsversammlung empfohlen hatte.

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In Grondkes Mitteilung war allerdings von mobilen Luftfiltern überhaupt keine Rede, sondern nur von fest installierten Lüftungsanlagen. Die kommen laut Empfehlung der Verwaltung vorrangig bei Neubauten und Sanierungen von Schulen in Betracht.

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