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Kiel Das Gedenken lebt in der Mauer weiter
Kiel Das Gedenken lebt in der Mauer weiter
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17:17 29.08.2019
Von Jennifer Ruske
Am Heidenberger Teich hat das Grünflächenamt die Inschrift des Grabsteins unkenntlich gemacht. "Das ist eine Sache von Pietät", findet Dirk Reinhart von der Friedhofsverwaltung. Quelle: Jennifer Ruske
Kiel

Ein wenig suchen musste man den Quader, der in dem Mauerstück am Teich zwischen Kirche und Kindergarten eingesetzt war. Auch die Schrift war als solches auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Denn das Grabstein-Viertel wurde nicht horizontal, sondern vertikal einbetoniert. Das ist wohl auch der Grund, vermutet Dirk Reinhart, Abteilungsleiter im Grünflächenamt der Stadt Kiel und dort für die Friedhofsverwaltung zuständig, warum dieses Andenken an den Verstorbenen mehr als 50 Jahre lang quasi unentdeckt blieb. Bis zur Anfrage von KN-online: Nun wurde die Inschrift aus Pietätsgründen abgeschliffen.

Mauerbau Ende der 1960er-Jahre

Zusammen mit dem Bau des neuen Stadtteils Mettenhof ist vor mehr als 50 Jahren auch der Heidenberger Teich als Regenrückhaltebecken angelegt worden. Die Mauer, die den Teich in Höhe Skandinaviendamm begrenzt, wurde vermutlich Ende der 1960er-Jahre gebaut, hat Reinhart in Erfahrung gebracht. Die Teicheinfassung besteht zum großen Teil aus Resten alter Grabsteine. „Damals wie heute war und ist es absolut üblich, die zerkleinerten Steine für den Bau von Wegen und Mauern wiederzuverwenden.“ Steine dafür gibt es etliche: Die Ruhefrist einer Grabstelle läuft nach 25 Jahren aus, bei Urnengräbern sind es 20 Jahre. Wenn die Angehörigen die Grabstelle nicht verlängern und auch den Stein nicht mitnehmen möchten, geht der – wenn es sich um einen städtischen Friedhof handelt – in das Eigentum der Stadt über.

Steine für den Wegebau

„In der Regel werden die Steine geschreddert und für den Wegebau wiederverwendet“, weiß Carsten Steffens, Leiter des Russeer Friedhofs. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten: In Russee ist mit den Stücken alter Grabsteine eine Natursteinmauer zum Tierfriedhof entstanden, die Pflanzen eine gute Basis zum Wurzeln und Tieren jeder Art sowie Insekten einen Unterschlupf bietet. „Dass an der einen oder anderen Stelle ein paar Schriftzeichen hervorblitzen, ist gewollt“, sagt Steffens. Komplette Namen wird der Betrachter jedoch nicht finden. „Grundsätzlich gilt, dass die Steinreste aus Pietätsgründen werden so gelegt oder gesetzt werden, dass die Schrift bei Wegen nach unten und bei Mauern nach hinten zeigen“, erklärt Reinhart.

Teile alter Grabsteinplatten

Das scheint auch in den 1960er-Jahren so üblich gewesen zu sein: Denn viele der in der Mettenhofer Mauer verbauten Quader sind Teile alter Grabsteinplatten, deren Inschriften jedoch nicht sichtbar sind. „Dass das Grabsteine sind, sieht man an der eckigen, bearbeiteten Form“, sagt der Experte vom Grünflächenamt. Die Feldsteine, die ebenfalls für den Bau der Mauer verwendet wurden, sind deutlich runder. Weil von den vielen Steinen nur einer darunter war, bei dem der Name Kröger sowie das Sterbejahr lesbar waren, vermutet der Friedhofsverwalter ein Versehen – das aber in den vergangenen 50 Jahren anscheinend nur wenigen aufgefallen ist. Fast genau 100 Jahre nach seinem Tod hat die Stadtverwaltung dieses Versehen nun endgültig behoben und den Stein abgeschliffen – doch die Erinnerung an „meinen lieben Mann“ Herrn Kröger bleibt.

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