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Kiel So lief der Start des Wochenmarkts Kielköken
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Kiel: Neues Leben in der Innenstadt - so lief der Start des Markts Kielköken

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16:45 31.08.2021
Von Jonas Bickel
Sophia Schaper (links) und Janine Cordts verbringen ihre Mittagspause auf dem neuen Wochenmarkt Kielköken im Innenhof der Kieler Nachrichten.
Sophia Schaper (links) und Janine Cordts verbringen ihre Mittagspause auf dem neuen Wochenmarkt Kielköken im Innenhof der Kieler Nachrichten. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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„Das hat richtig Berlin-Flair!“ Es ist mit das Erste, was Aliena Lill einfällt, als sie ihren Blick durch den Innenhof der Kieler Nachrichten schweifen lässt. Ein Innenhof, der an diesem Dienstag Ende August kaum wiederzuerkennen ist. Grüne Pflanzen an jeder Ecke, dunkle Bänke mit Tischen, an denen Menschen eine Currywurst oder einen frischen Salat essen, die sie vorher an den unterschiedlichen Essensständen und Foodtrucks im Hof gekauft haben. Markt-Atmosphäre bei strahlendem Sonnenschein mitten in der Kieler Innenstadt. Es ist die Premiere des neuen Markttreffs Kielköken, der ab jetzt jeden Dienstag von 11.30 bis 14.30 Uhr auf dem KN-Gelände stattfindet.

Kielköken: Markt-Atmosphäre im Innenhof der Kieler Nachrichten

Aliena Lill, 26 Jahre alt, ist Studentin und mit ihrer Freundin Louisa Kulawik schon am frühen Mittag zum neuen Wochenmarkt gekommen. Erste Station: Der Stand des Cafés „Bornhorst Aan Tafel“. Mit einem Kaffee in der Hand setzen sich die beiden in die Sonne im Innenhof. „Das ist hier eine kleine Perle mitten in der Stadt“, sagt Lill. Die Mittagspause? Wird sie dienstags nun wahrscheinlich öfter hier verbringen.

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Der erste Eindruck ist nicht nur bei Lill und ihrer Freundin positiv. Da ist Pascal Krause, der sich mit einem panasiatischen Teller hinsetzt. „Das ist alles sehr schön gemacht“, sagt er. Da sind die Rechtspflegerinnen Maria Forker und Anja Pfeifer, die ihre Mittagspause mit einer Ingwer-Zitronen-Limonade vom „Sandhafen“ starten.

Am Dienstag feierte der neue Wochenmarkt Kielköken in der Kieler Innenstadt Premiere. Viele Kielerinnen und Kieler verbrachten ihre Mittagspause in dem gemütlichen Innenhof der Kieler Nachrichten.

„Es ist ein ungezwungener und gemütlicher Ort zum Verweilen“, sagt Forker. Das neue, etwas andere Mittagsangebot in der Innenstadt kommt gut an. Vor den beiden Eingängen von Kielköken im Fleethörn und am Asmus-Bremer-Platz bilden sich lange Schlangen. 70 Menschen dürfen gleichzeitig auf das Gelände – Corona ist ja immer noch da.

Kielköken in Kiel: Kulinarisches Angebot soll regelmäßig wechseln

Plötzlich kommt zusätzliche Bewegung in den Markt. Der „Sandhafen“ zieht um. Besser gesagt das Event-Fahrrad, mit dem Sandhafen-Betreiber Tim Bielinski zusammen mit einem Kollegen bei Kielköken Limonade und andere Getränke verkauft. Die beiden schieben den Fahrradstand raus aus den Schatten, rein in die Sonne, an eine andere Stelle auf dem Markt. Eine Szene, die sinnbildlich dafür steht, was Kielköken auch zukünftig auszeichnen soll: Dynamik, Veränderung, Abwechslung.

Kielköken bei den Kieler Nachrichten: Das Limo-und-Event-Bike vom „Sandhafen“ zieht um. Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Das kulinarische Angebot und die Gastronomen vor Ort sollen regelmäßig wechseln, jeder Besuch eine neue Überraschung bereithalten. So wie der kleine Stand von Atchana Jiamsakultorn. Die gebürtige Thailänderin ist in China aufgewachsen und hat ein Stipendium vom Co-Working-Space Fleet 7 erhalten. Seit einigen Monaten analysiert sie die Marktchancen von exotischen Eissorten, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Kielköken ist für sie nun die Gelegenheit, direktes Feedback zu bekommen. Besucherinnen und Besuchern können beispielsweise ihr Süßkartoffeleis kostenlos probieren und anschließend bewerten.

Bei Kielköken machen nur Gastronomen aus der Region mit

Das Sandhafen-Fahrrad hat mittlerweile seinen neuen Standort erreicht, direkt neben dem asiatischen Eis. „Kielköken hat eine coole Mischung – und es ist toll, dass nur regionale Gastronomen mitmachen“, sagt Sandhafen-Betreiber Tim Bielinski. Teil des Marktes sind an diesem Dienstag unter anderem auch die in der Holtenauer Straße etablierten „Extrawürste“ von Uwe Wiethaup und das neue Verture-Farm-Team von Felix Doob.

Es ist ein Konzept, das bei der Premiere voll aufgeht. „Wir sind begeistert“, sagt Alexander Sonders vom Immobilienteam der Kieler Nachrichten. Er hat Kielköken mitorganisiert und denkt schon an die Zukunft. Die Frage „Was ist eigentlich typisch für Kiels Charakter“ prangt auf Postkarten, die er am Eingang an die Besucherinnen und Besucher verteilt. „Wir wollen wissen, was sich die Menschen wünschen, um Kielköken noch besser zu machen“, sagt Sonders. Einige Pläne gibt es bereits. Neben Essen soll es auf dem Markt auch musikalische Untermalung geben oder Gastauftritte von Poetry-Slammern. Klar ist: Kielköken bleibt dynamisch – und will sich in der Innenstadt als neuer, wöchentlicher Treffpunkt etablieren.

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