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Kiel Trotz kleinerer Fehler: Sprottenflotte startet durch
Kiel Trotz kleinerer Fehler: Sprottenflotte startet durch
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13:12 24.09.2019
Von Niklas Wieczorek
Sprottenflotte: Anbieter sind mit den Ausleihzahlen sehr zufrieden. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

„Es kann nicht genügend geben“, sagt Projektleiter Philipp Walter. Auch Fehler könnten am Anfang einmal passieren, räumt Kiel-Region-Geschäftsführerin Janet Sönnichsen ein. So ermuntern die Verantwortlichen jeden Nutzer, der beispielsweise ein Problem mit seinem Rad oder dem Ausleih- und Abgabeprozess hat, sich an die Kunden-Telefonnummer zu wenden, die auf jedem Rad steht.

Sprottenflotte: Fehler sollen gemeldet werden

Auch in der Smartphone-Anwendung könne dafür ein Formular ausgefüllt werden. So erreichte KN-online eine Klage über eine verfrühte, allerdings nicht gewollte Abgabe eines Rades: Eigentlich hätte der Nutzer in diesem Fall eine „Push“-Meldung auf sein Smartphone erhalten sollen, ob er das Rad wirklich hier zurückgeben wolle, so Kiel-Region-Sprecherin Jana Haverbier.

Lesen Sie auch: Julian Hahn hat schlechte Erfahrungen mit den Leihrädern gemacht

Darüber hinaus sind die Macher der Sprottenflotte von ihrem Angebot begeistert: „Wir sind echt zufrieden“, sagt Sönnichsen. Pro Exemplar der 200 Räder eine etwa zweifache Ausleihe am Tag, so der derzeitige Stand, sei eine starke Quote. Das werde der Kiel-Region auch vom Dienstleister Nextbike bestätigt, so Walter: „Auch der Name ist dort sehr gut angekommen.“ Ein Vergleich mit anderen Regionen sei allerdings schwer machbar, da die Tarifsysteme individuell gestaltet werden, heißt es von der Kiel-Region.

Kiel: Mobilitätsstation Umsteiger ist sehr beliebt

Am häufigsten genutzt bis zum 17. September wurde die Station an der Mobilitätsstation Umsteiger am Hauptbahnhof in Kiel (1119 Ausleihen im August), dahinter folgen Reventlou (766 Ausleihen) sowie Westring/Eckernförder Straße (645 Ausleihen): „Wir gehen davon aus, dass das Angebot vorwiegend Pendler nutzen und solche, die aus Kiel herauswollen“, sagt Sönnichsen. „Aber wir haben auch sehr viele Nutzer in den Abendstunden“, fügt Walter hinzu.

Auch 500 Swapfiets rollen durch Kiel

Die Leihräder mit dem blauen Vorderreifen sind immer selbstverständlicher im Stadtbild von Kiel: Der niederländische Anbieter Swapfiets hat nach dreieinhalb Monaten nach eigenen Angaben 500 Kunden in der Landeshauptstadt. Sie alle verlassen sich auf den Service, der auch beim Ausfall eines Rads einen schnellen Tausch garantiert: „Kiel ist eine Fahrradstadt und möchte es noch mehr werden“, sagt Regionalmanager Philipp Wolff und betont seine Zufriedenheit. „Das ist natürlich super für uns, und wir sind in Kiel genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Seiner Ansicht nach nimmt die Angebotsvielfalt zu, ohne dass sich die Anbieter gegenseitig im Weg stehen.

Die derzeitige Zahl von 31 Stationen umfasst inzwischen auch Standorte im Amt Schrevenborn wie Möltenort, Mönkeberg oder Schönkirchen sowie eine in Kronshagen, die bald um eine zweite ergänzt werden soll. Auch Laboe wolle sich mit zwei Stationen anschließen, so die Kiel-Region. Entsprechend seien die häufigsten Anfragen zur Sprottenflotte: Wann und wohin kommen die nächsten Stationen? „Die Nachfrage, auch von Firmen, ist groß“, sagt Sönnichsen. Diese großen Erwartungen seien manchmal schwer zu erfüllen, so Walter.

Servicemitarbeiter stetig im Einsatz

Kein großes Thema seien dagegen Vandalismus und Beschädigungen, beteuert er – die Leser ebenfalls beobachtet hatten. Woran das liegt? „Wir haben kein Label, und das macht es leicht, dass sich Leute damit identifizieren“, mutmaßt Walter. Ein Service-Mitarbeiter von Nextbike sei stetig im Einsatz, habe acht Stunden Zeit, um beispielsweise eine neue Station wieder mit Rädern zu versorgen. Die Stationen sollen langfristig alle am Sprottenflotte-Bügel erkennbar sein. Derzeit gebe es aber noch einige freie Stationen wie am Rathausplatz, weil mit der Bügelmontage noch bis nach dem Tag der Deutschen Einheit gewartet werde. In der App sei jedoch stets der Standort einer Station erkennbar, betonen die Verantwortlichen.

Die haben auch ganz eigene Lieblingsstationen: So gefallen Haverbier jene an den Anlegern der Fördefähre, weil hier die Förde und die Verbindung in die Kiel-Region deutlich werden. Walter sieht es ganz pragmatisch: „die vor meiner Haustür“. Relativ offen ist die Kiel-Region sogar gegenüber Wettbewerbern wie Swapfiets, die ein langfristigeres Leihmodell anbieten: „Konkurrenz würde ich das nicht nennen“, sagt Sönnichsen. „Zur Mobilitätswende ist jedes Angebot angenehm“, sagt Walter.

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Eigentlich, so versichert Julian Hahn, sei er ein „totaler Fan von Leih-Systemen“: Ob Rad oder Auto, schon mehrfach habe der 22-jährige Ahrensburger in Hamburg Angebote wie das Stadtrad genutzt. Seine Quote bei der Sprottenflotte sei ernüchternd: sechs Fahrten, davon zwei mit technischen Problemen.

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