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Kiel Schutzräume vor eiskalten Nächten
Kiel Schutzräume vor eiskalten Nächten
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10:33 22.01.2019
Von Jürgen Küppers
Nicht groß, aber dafür geheizt: Obdachlose in Kiel finden in diesen von der Stadt zur Verfügung gestellten Containern Unterschlupf. Jörg Spriewald (Foto) und seine Kollegen von der Stadtmission kümmern sich um Organisation und Reinigung. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Wie viele Wohnungslose in diesen eisigen Nächten einen Container-Schlafplatz brauchen, kann Sozialdezernent Gerwin Stöcken nur grob schätzen. Zwischen 25 und 40 „machen Platte“ unter freiem Himmel in Kiel.

Aber nicht jeder von ihnen flüchtet vor der Kälte in einen Container. Nur bis zu acht Menschen finden auf den etwa zwölf Quadratmetern pro Container Platz. „Doch bislang sind wir mit den Kapazitäten ganz gut ausgekommen“, erklärt Stöcken.

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Wohnheimplätze sind alle belegt

Anlass zur Sorge hat der Dezernent trotzdem. Denn aufgrund der Wohnungsknappheit steigt auch die Zahl der Menschen ohne feste Bleibe, die die Stadt irgendwie unterbekommen muss – wenn sie es denn wollen. Zum Beispiel in eigens angemieteten Hotelzimmern, weil die Männer-Wohnheimplätze im Bodelschwingh-Haus belegt sind.

2018 stieg die Zahl der deshalb in Hotels untergebrachten Menschen von 128 (Januar) auf 147 (Dezember).

Die Hälfte der Obdachlosen kommt bei Freunden unter

Aktuell sind 546 Männer und 135 wohnungslose Frauen bei der Stadt erfasst. Etwa die Hälfte davon kommt nach Geschlechtern getrennt entweder in Wohnheimen oder in von der Stadt angemieteten Wohnungen unter. Die andere Hälfte findet insbesondere in frostigen Nächten bei Freunden oder Bekannten Unterschlupf.

Manchmal gibt's in den Containern Stress

Ganz stressfrei sind manche Nächte in den Schlafcontainern nicht. So beobachtet Jörg Spriewald von der Stadtmission dort seit einiger Zeit einen „regelrechten Verdrängungsmechanismus“.

Dabei komme es manchmal sogar zu Handgreiflichkeiten, wenn Menschen, „aus welchen Gründen auch immer“, von Mitbewohnern aus den Containern vertrieben würden.

Selbst Notfall-Handys nutzen nichts

Dagegen lasse sich nur wenig ausrichten. Manchmal deponiere die Stadtmission, die die Container im Auftrag der Stadt betreibt, Notfall-Handys in Containern. Genutzt würden sie aber kaum. Spriewald: „Betroffene melden sich trotzdem meistens nicht."

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