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Kiel Das "Klassenzimmer unter Segeln" ist wieder zurück
Kiel Das "Klassenzimmer unter Segeln" ist wieder zurück
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14:06 21.04.2019
Von Kristiane Backheuer
Endlich wieder zu Hause: Der Kieler Robin Dorn (4. von rechts) wird nach einem halben Jahr auf dem Dreimaster „Thor Heyerdahl“ von Familie und Freunden freudig an der Schwentinemündung begrüßt. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Sechs Monate lang waren 34 Schüler aus ganz Deutschland unter dem Motto „Klassenzimmer unter Segeln“ in der Welt unterwegs gewesen. Mit Länderfahnen, einem riesigen Willkommens-Büfett und vielen Freudentränen werden sie nun in Kiel wieder in Empfang genommen.

Mit einem Strahlen im Gesicht steht Christian Haehl, der erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins der „Thor Heyerdahl“ am Seefischmarkt, wo der stolze Dreimaster gleich festmachen wird. Der 33-Jährige aus Hamburg war einst selbst als 16-Jähriger auf dem Segelschiff unterwegs gewesen. Lernte die Welt kennen und eine außergewöhnliche Gemeinschaft. „Für mich war das das beste halbe Jahr meines Lebens“, erzählt er. „Selbst 17 Jahre später zehre ich noch davon.“ Er weiß genau, wie sich die 34 Schüler jetzt fühlen.

Zum eingeschweißten Team zusammengewachsen

Ein halbes Jahr lang haben die gymnasialen Oberschüler die unterschiedlichsten Länder gesehen, wurden an Bord von Lehrern unterrichtet, haben an Land in Gastfamilien gelebt und sind über die Monate zu einem eingeschweißten Team zusammengewachsen. „Bei der Ankunft wieder zu Hause wird man von Freude und Trauer übermannt“, sagt Christian Haehl. „Freude darüber, die Familie und Freunde endlich wiederzusehen. Trauer darüber, die vertraute Gemeinschaft verlassen zu müssen.“

Kaum legt das Schiff unter lautem Gejubel an, fallen die Schüler auch schon ihren Lieben um den Hals. Ein bewegender Moment. Robin Dorn (16), der einzige aus Kiel, drückt seine Eltern Ellen Dorn (55) und Schauspieler Dirk Schäfer (52) ganz fest. „Das ist echt krass“, sagt er anschließend. „Aber auch ein bisschen überfordernd. Ich kann gar nicht alles aufnehmen.“ Millionen Dinge hätten ihn auf der Reise beeindruckt. Aber den Regenwald einmal in echt gesehen zu haben, sei einfach „cool“ gewesen.

11. Reise des Toppsegelschoners

Eineinhalb Stunden vor der Ankunft waren Ellen Dorn und Dirk Schäfer schon an der Schwentinemündung und haben sehnsüchtig auf ihren Sohn gewartet. „Gefühlt warte ich aber schon ein halbes Jahr“, sagt die Mutter und nimmt ihren Sohn in den Arm. Der wird am kommenden Montag wieder in seine alte zehnte Klasse in der Kieler Lernwerft zurückkehren und eine Menge zu erzählen haben.

Zum elften Mal brach der Toppsegelschoner, der 1930 in Holland vom Stapel lief, zum „Klassenzimmer unter Segeln“ auf. Die Reiseroute verlief auf den Spuren der großen Entdecker Christopher Columbus und Alexander von Humboldt. Von Kiel über die Kanaren, in die Neue Welt, zu den kleinen Antillen, nach Panama, Kuba, Bermuda und die Azoren. Von dort wären sie fast nicht rechtzeitig wieder nach Kiel zurückgekommen. „Schlechtes Wetter und Gegenwind sorgten für widrige Bedingungen“, erzählt Projektleiterin Ruth Merk (51). Am Schluss ging aber doch alles gut.

Die Bilanz: Viel lernt und gesehen

Das Projekt wird von der Uni in Erlangen wissenschaftlich begleitet. „Das Konzept geht auf. Die Schüler lernen an Bord den normalen Unterrichtsstoff. An Land bekommen sie dann noch zusätzlich durch Gastfamilien und dortige Schulbesuche einen Einblick in die unterschiedlichsten Kulturen und Ökosysteme“, so Ruth Merk. Robin Dorn aus Kiel kann da nur nicken. Der 16-Jährige hat so viel gesehen und gelernt, dass ihn künftig nichts mehr aus der Ruhe bringen wird. Nicht einmal die große weite Welt.

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