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Kiel Neun Partner zieht es an die Hörn
Kiel Neun Partner zieht es an die Hörn
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07:00 29.01.2015
Von Jörn Genoux
An der Hörn will sich jetzt eine Projektgemeinschaft um die Bebauung kümmern. Quelle: Frank Peter (Archiv)
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Kiel

Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender der Wankendorfer Baugenossenschaft (Kiel), bestätigte auf Anfrage den Zusammenschluss. Ziel ist es, zunächst einen Plan für das allgemein als „Sahnestück“ bezeichnete Hörn-Gelände zu entwickeln und erst zu einem späteren Zeitpunkt darüber zu entscheiden, wer welche Lage bebauen kann. Die Unternehmen der Gemeinschaft arbeiteten „im Gleichrang“, heißt es. „Es kann ein Quartier entstehen, das verschiedene Nutzungen für unterschiedliche Zielgruppen bieten wird“, so die Gemeinschaft. Wohneigentum, privates, vermietetes Wohneigentum sowie Mietwohnungen sollen geplant werden.

 Diese Nutzungen spiegeln sich in den Unternehmen wider. Neben der Wankendorfer sind mit der Gewoba Nord (Schleswig) und der GWU (Eckernförde) zwei weitere Genossenschaften beteiligt. Die anderen Partner sind die BPB Projektentwicklungsgesellschaft (Hamburg), die in Kiel den Wasserturm umbaut, Frank Heimbau und deren Tochter GEV (beide Hamburg), die Kieler Stadthaus, eine Tochter der Baufirma Heinrich Karstens (Kiel), die NGEG (Kiel), die an der Planung für das Quartier Schlossstraße beteiligt ist, sowie der Unternehmer Ahmed R. Zirakbash (Halle 400; Gas in GmbH). Hinter der NGEG verbergen sich der Kölner Unternehmer Walter Wübben, ehemaliger Eigentümer der Damp-Kliniken (heute Helios) sowie die beiden Ex-Damp-Vorstände Carl Hermann Schleifer und Niels Bunzen.

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 Die Gemeinschaft will nun an die Stadt Kiel herantreten, um zunächst für die beiden städtischen Baufelder XI und XII konkrete Pläne zu entwickeln. Die Stadt könnte dann eine sogenannte Anhandgabe geben. Bei diesem Verfahren erhielte die Projektgemeinschaft die Grundstücke für einen bestimmten Zeitraum, könnte die Planung konkretisieren, die Finanzierung klären und Baugenehmigungen beantragen. Bürgermeister Peter Todeskino hatte bereits mehrfach grundsätzliche Zustimmung zu dem Projekt signalisiert. Die neun Partner wollen sich aber über die beiden Baufelder hinaus „mit dem gesamten Gebiet an der Hörn befassen“, heißt es aus dem Kreis der Unternehmen. Daher gebe es auch Gespräche mit den anderen Grundstückseigentümern, unter anderem mit der Hauptgenossenschaft Nord AG.

 Neben der Projektgemeinschaft will auch die Berliner CD Deutsche Eigenheim AG (ehemals Design Bau AG/Kiel) Wohnungen an der Hörn bauen. Im Internet wird unter dem Namen KaiLight Kiel dafür geworben. Die Deutsche Eigenheim interessiert sich für das Baufeld VIII an der Wasserkante. Auch Gewerbe zieht es an die Hörn: Die Investitionsbank Schleswig-Holstein will bis Mitte 2018 ihre acht Standorte aufgeben und dort einen Neubau beziehen.

 Der Kieler Eigentümerverein Haus&Grund begrüßte gestern, dass „endlich“ etwas passiere auf dem Areal. Er wirbt jedoch weiter dafür, neben Unternehmen auch private Investoren zu beteiligen, so Sprecher Volker Sindt. Ziel müsse es sein, „auch eine kleinteilige Bebauung zu ermöglichen, damit ein belebtes, vielfältiges Quartier“ entstehen könne. Haus&Grund sieht große Chancen für Kiel insgesamt. Die Hörn habe für die Entwicklung Gaardens und der südlichen Vorstadt große Bedeutung.