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Kiel Apostel-Gemeinde: Umzug war ein Segen
Kiel Apostel-Gemeinde: Umzug war ein Segen
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06:00 26.02.2019
Von Kristiane Backheuer
Volles Haus in der Wik: Vor drei Jahren zog die Apostel-Kirchengemeinde in die alte Garnisonskirche. Seitdem strömen die Menschen sonntags in die Petruskirche. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Mit einem Lächeln im Gesicht steht Christian Opayi Mudimu in der altehrwürdigen Petruskirche. Normalerweise ist der 48-Jährige mit dem Doktortitel am Botanischen Institut der Kieler Uni beschäftigt und erforscht Mikroalgen. Am Sonntag aber dient er Gott.

Am Sonntag ist die alte Garnisonskirche in der Wik voll

Vor fast genau drei Jahren fand die Apostel-Kirchengemeinde (knapp 4000 Mitglieder) in der alten Garnisonskirche in der Wik ihr neues Zuhause. Seitdem entwickelt sich hier etwas ganz entgegen dem gesamtdeutschen Trend: Die Menschen kommen wieder zum Gottesdienst.

Im Schnitt sind es jeden Sonntag 243 Besucher, die in den hölzernen Kirchenbänken sitzen. Ein Umzug, der der Kirchengemeinde gutgetan hat.

Im Jahr 2009 war es, als Christian Opayi Mudimu nach der Promotion von Göttingen nach Kiel kam und die Apostel-Kirchengemeinde kennenlernte. Schnell fand er hier einen neuen Ankerpunkt. „Damals waren hier in der Wik 70 bis 80 Leute im Gottesdienst“, sagt der Mann aus dem Kongo strahlend. „Und nun schauen Sie, wie viele jetzt hier sind.“

300 Ehrenamtliche engagieren sich in der Apostel-Gemeinde

Es ist kurz vor 10.30 Uhr, die Glocken läuten, und die Menschen strömen nur so in den rotgeklinkerten Backsteinbau von 1905. Fast 35 Jahre lang stand das Gotteshaus leer. „Ich habe gesehen, wie die Gemeinde gewachsen ist“, sagt der Biologe. „Es ist einfach unglaublich. So viele Kirchengemeinden werden immer kleiner. Wir aber werden immer mehr.“ Christian Opayi Mudimu gehört zu rund 300 ehrenamtlichen Helfern.

Moderner Gottesdienst jeden zweiten Sonntag

Wenig später steht auch schon Pastor Lars Reimann (51) vor dem Altar. In Jeans und grünem Fleecepullover. Alle zwei Wochen geht es hier modern zu. Dann bleibt der schwarze Talar im Schrank. Gemeinsam wird gesungen. An zwei großen Leinwänden werden die Liedtexte übertragen. Eine fünfköpfige Band macht Musik.

Pastor Lars Reimann, der zusammen mit Pastor Lutz Damerow (48) zur Gemeinde gehört, hat sich heute den Psalm 16 für seine Predigt ausgesucht. Es geht um Ehe, Partnerschaft, Dankbarkeit.

Unter den Jugendstilfenstern der Petruskirche sitzen junge Eltern

Derweil herrscht im mit Glastüren abgetrennten Vorraum der Kirche munteres Treiben. Kleinkinder spielen auf einem großen Teppich mit Duplosteinen und Holzautos. Junge Eltern tauschen sich unter den imposanten Jugendstilfenstern aus und lauschen nebenbei der Predigt, die per Lautsprecher in alle Räume übertragen wird. Sogar auf der Toilette ist Pastor Reimann zu hören.

Auf Servierwagen stehen Getränke bereit. Ein Stockwerk höher toben und basteln unterdessen rund 30 ältere Kinder in verschiedenen Gruppen. Ein Kommen und Gehen überall im Gotteshaus.

Überall hört man an diesem Morgen, wie offen, vielfältig und kreativ die Apostel-Gemeinde sei. Auch als viele der Besucher nach dem Gottesdienst im angeschlossenen Café Dreimaster bei Apfelkuchen und Gulaschsuppe zusammenkommen. Mittendrin die beiden Pastoren der Gemeinde.

„Ich kenne keine schönere Gemeinde als diese“, sagt Reimann. Vor dem Umzug vor drei Jahren allerdings habe ihn die Verantwortung schon „gedrückt“, räumt er ein. Was, wenn es schiefgeht? Wenn die Menschen nicht mitgehen?

„Aber unsere Gemeinde ist auch fantastisch darin, neue Wege zu gehen“, sagt er lachend und zitiert Augustinus: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet, O Gott, in Dir.“

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