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Kiel Wohnen auf einer Baustelle
Kiel Wohnen auf einer Baustelle
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17:19 25.06.2015
Von Marion Neurode
In der Küche haben Handwerker die Türen zu Balkon und Bad zugemauert. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Das WC und dessen Standort sind eine Zumutung. Zum Duschen muss die Kielerin das Haus verlassen. Und auch die immerwährende Staubbelastung macht der Asthmatikerin zu schaffen.

 Auf das Los ihrer Freundin machte Laura Stahnke am Lesertelefon aufmerksam. „Ich sorge mich um sie. Allmählich ist sie mit den Nerven fertig.“ Dabei hatte alles einen normalen Verlauf angekündigt. Im Schreiben vom 31. März informiert die Hausverwaltung Berghs & Partner ihre Mieter: „Ab dem 8. April 2015 werden die leeren Wohnungen in den Häusern Spritzengang 4 und 6 saniert.“ Es könne zu kurzen Ausfällen der Wasserversorgung kommen. Auch normaler Baulärm könne entstehen. Die Firma dankt vorab für das Verständnis und beruhigt: „Da die Arbeiten nur zu gewöhnlichen Zeiten ausgeführt werden, wird es für Sie als Mieter kaum zu Einschränkungen kommen.“

Monika Schlick. Foto vr

 Tatsächlich ist es so, dass auch Veränderungen in mindestens einer bewohnten Wohnung im Spritzengang 6 vorgenommen worden sind. „Ich wurde überredet, das Bad sanieren zu lassen“, informiert Monika Schlick. Um es zu vergrößern, wurde die Wand, die Bad und Balkon trennt, herausgerissen. In diesem nun zum Balkon hin offenen Raum benutzt die 71-Jährige seit fast drei Monaten eine Toilette, die nicht an den Wasserkreislauf angeschlossen ist.

 Zudem ist die Frau in dem nur mit einem defekten Sichtschutz aus Plastik zur Außenwelt abgeschotteten „Bad“ der Kälte ausgeliefert. Spülstein und Dusche sind nicht mehr vorhanden. Da die Körperpflege dort nicht möglich ist, wird Monika Schlick zugemutet, in einer inzwischen leerstehenden Wohnung am Ziegelteich zu duschen. „Dusche und Spülbecken waren in dem Haus verdreckt. Die musste ich erst einmal reinigen.“ Den Türgriff zu ihrem „Bad“ im Spritzengang sichert die Mieterin am Abend mit einer Auffahrramme. In ihrer Küche haben Handwerker die Türen zum Balkon beziehungsweise zum Bad zugemauert. Die Folge: Die Mieterin guckt auf nacktes Mauerwerk. Seit gut drei Monaten. „Jetzt sollen auch noch die Küchenschränke herausgerissen und im Wohnzimmer Laminat verlegt werden. Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll. Dort stehen doch meine Möbel“, klagt die Kielerin. Für die Asthmatikerin ist es eine gesundheitliche Hürde, monatelang auf der Baustelle leben zu müssen. „Überall staubt es.“ Bauarbeiter habe sie schon mehrere Tage nicht mehr gesehen. Die 71-Jährige ist in großer Sorge. „Ich wohne seit 16 Jahren hier und möchte gern bleiben. Aber niemand hat mir gesagt, wie hoch die Miete nach der Renovierung sein wird.“

Die Wohnung in der Spritzengasse in Kiel ist seit Monaten eine Baustelle. Foto: vr

 Nach unserer Anfrage bei Hausverwaltung und Wohnungseigentümer H&L Kiel, Harrislee, ist wieder Leben auf der Baustelle. „Leider ist es zu erheblichen Verzögerungen gekommen“, teilt Leif Magedanz von H&L Kiel mit. Die ausführende Firma sei abgesprungen und habe ihre Arbeiten entgegen der Absprache eingestellt. Magedanz kündigt an: „Es werden zwei Firmen vor Ort sein, um die Wiederaufnahme der Arbeiten zu planen und die Fertigstellung umgehend anzubieten.“

 Monika Schlick hofft auch auf eine umgehende Fertigstellung. Und sie hofft, dass Wort gehalten wird. „Man hat mir versprochen, Schlafzimmer und Wohnzimmer nicht anzutasten.“ Und die Miete werde erst einmal nicht erhöht, verspricht Magedanz.

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