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Kiel Kiel gegen kostenlose Fahrradmitnahme
Kiel Kiel gegen kostenlose Fahrradmitnahme
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07:50 02.11.2012
Von Günter Schellhase
Die „Kitzeberg“ ist für den Transport mehrerer Fahrräder ausgelegt. Doch in den Sommermonaten wird der Platz auf dem Fördedampfer recht eng, wenn viele Passagiere das Ufer wechseln wollen. Quelle: FB
Kiel

Die Stadt Kiel hat gerade ihre Bürger aufgefordert, sich am Fahrradklima-Test zu beteiligen. Radfreundliche Fördedampfer sind für die IAF der noch fehlende Baustein in einem Gesamtkonzept: „Wir sind schon im vergangenen Jahr an die SFK herangetreten und haben vorgeschlagen, die Fahrradmitnahme auf den Fördeschiffen für Zeitkarten-Passagiere kostenlos anzubieten“, sagte IAF-Sprecher Michael Henry.

 Damit will die IAF Pendlern wie Schülern und Arbeitnehmern erleichtern, mit dem Rad das andere Ufer zu erreichen und den Weg mit dem Rad fortzusetzen. „Wir sehen darin ein Mittel, die Fördeschifffahrt attraktiver zu machen, mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen und auch Pendler vom Auto auf das Fahrrad zu bringen“, sagte Henry.

 Die Alternative zu dieser 15-minütigen Rad-Schiff-Vernetzung wäre, im Fall Möltenort-Bellevue rund 15 Kilometer rund um die Förde zu radeln. „Wenn Pendler derzeit die Schiffalternative wählen, werden sie mit einer zusätzlichen Fahrrad-Monatskarte für 36 Euro bestraft, die man zusätzlich zur Monatskarte kaufen muss“, sagte Henry. Die kostenlose Drahtesel-Mitnahme würde die radfahrenden Dampferfahrer endlich dem Pkw-Pendler gleichstellen: „Autofahrern stehen an vielen Fähranlegern kostenlose Parkplätze zur Verfügung“, sagte Fördedampfer-Freund Henry. Eine Sonderregelung gebe es bereits: „Studenten nehmen selbstverständlich im Rahmen des Semestertickets ihre Räder auf der Fördelinie F2 kostenlos mit.“ Im Winter könnte auf den Fördedampfern mehr Platz geschaffen werden, wenn einige Bänke abgebaut werden würden.

 Diesen Vorschlag findet die Stadt interessant: „Der Aufwand ist aber nicht nötig, da im Winter im Durchschnitt nicht einmal ein Fahrrad pro Tag befördert wird“, sagte Tim Holborn, Pressesprecher der Stadt Kiel. Es sei aber lobenswert, dass sich die IAF jetzt auch der Förderung des Radverkehrs annehme. Kiel habe in den vergangenen Jahren mit Erfolg in die Infrastruktur investiert, um den Anteil des Fahrradverkehrs zu erhöhen. „Eine kostenlose Velo-Beförderung auf den Schiffen der SFK wird aber in Zukunft nicht dazugehören“, sagte Holborn.

 Wer sein Rad zum Beispiel in der Bahn mitnehme, müsse dafür ebenfalls zahlen. Und da der öffentliche Personennahverkehr auch in Kiel defizitär sei, könne die Stadt nicht auf weitere Einnahmen verzichten. Reservierungen im Sommer für Gruppen mit Rad seien nicht machbar. Je nach Auslastung können auf den Fördeschiffen zehn bis zwölf Räder transportiert werden.

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