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Kiel Die Sicherheitskräfte sind bereit
Kiel Die Sicherheitskräfte sind bereit
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00:39 15.06.2014
Von Günter Schellhase
Auch an der Hörnbrücke kann es während der Kieler Woche wieder eng werden – besonders, wenn Anastacia am Freitag, 27. Juni, auf der RSH-Bühne singt. Wer dort hin möchte, sollte am Ufer an der Kaistraße entlanglaufen. Quelle: fpr: Frank Peter
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Zwei Personen, die mehrfach durch Gewalttaten aufgefallen sind, werden von der Polizei noch überprüft. „Sie werden in jedem Fall eine Gefährdungsansprache bekommen, in der wir ihnen klarmachen, dass sie bei einem Verstoß mit einem Platzverweis rechnen müssen“, sagte Bernd Triphahn, der mit seinem Kollegen Olaf Olimsky seit fast zwei Monaten in Sachen Sicherheit für die Kieler Woche unterwegs ist. Die Polizisten haben besonders die Heranwachsenden im Visier, die sie jederzeit kontrollieren können. „Da gehen wir aber mit Augenmaß heran“, sagte Triphahn.

 Im Kampf gegen die Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen und Raubtaten führen die Beamten eine Platzverweisdatei. Wer beim Prügeln oder Abziehen erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen und die Kieler Woche zunächst für den Tag verlassen. Fällt diese Person zu einer anderen Zeit wieder auf, prüfen die Beamten im Einzelfall ein Aufenthaltsverbot für die gesamte Dauer der Veranstaltung. Um möglichst viele Straftaten zu verhindern, hat sich die Polizei Verstärkung geholt. Bis zu 250 Polizisten aus Kiel und von der Einsatzhundertschaft aus Eutin sind während der Festtage im Einsatz. Da die Beamten gerade in den Nachtstunden und an den Wochenenden unterwegs sind, werden sich einige tausend Überstunden ansammeln.

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 Die Eröffnung mit Bundespräsident Joachim Gauck überwacht Kiels stellvertretender Polizeichef Jürgen Hoppe mit seinem Führungsstab. Auch während der Fußballübertragungen der Spiele der deutschen Mannschaft rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Die Beamten postieren sich in der Nähe der Veranstalter, die Spiele übertragen wie in der Halle 400, dem Löwenbräu-Zelt, am Asmus-Bremer-Platz, an der NDR-Bühne, dem Bayernzelt und dem Musikzelt. Das gilt auch für herausragende Konzerte wie von Rea Garvey und Anastacia. „Die Veranstalter sind angehalten, während dieser Konzerte ihr Sicherheitspersonal aufzustocken, und sie stehen in engem Kontakt mit unseren Kräften, die erst dann eingreifen, wenn es ernst wird“, so Triphahn.

 Die vier mobilen Wachen sind täglich ab 17.30 bis zwei Uhr in der Nacht besetzt – an den Tagen der Liveübertragungen ab 16 Uhr. Dazu streifen Beamte über die Kieler Woche und versuchen, Auseinandersetzungen früh zu erkennen und zu schlichten. Mehr Streifenwagen als sonst sind unterwegs, darunter auch Beamte des ADM-Trupps, die Autofahrer auf Alkohol, Drogen und Medikamente kontrollieren. Jugendschutzstreifen suchen Jugendliche auf, um sie über die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums aufzuklären. 16-Jährige dürfen bis 24 Uhr unterwegs sein.

 Nach der Einschätzung von Landeskriminalamt und dem Militärischen Abschirmdienst gibt es keine Hinweise auf eine Gefahr von außen. „Die Kieler Woche ist auch kein Sammelpunkt rivalisierender Jugendlicher oder Fußballfans“, sagte Triphahn. Die Polizei will zurückhaltend und korrekt gekleidet dem Bürger gegenübertreten – das ist Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz wichtig.