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Kiel Mehr Licht gegen Angsträume
Kiel Mehr Licht gegen Angsträume
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10:00 27.03.2019
Von Niklas Wieczorek
Eine von mehreren Maßnahmen: Mit den neuen LED-Laternen brachte Kiel mehr Licht an die Fördestraße. Quelle: Sven Janssen
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Kiel

Eine Herausforderung seien an vielen Stellen noch Abstimmungen mit der Bepflanzung, so die Stadt. Koordiniert wolle man gegen sogenannte Angsträume vorgehen. „Vor allem die Beleuchtung an den Velorouten und Verbindungswegen wurde gemäß der Prioritätenliste ausgebaut“, so Bernd Nießner aus dem städtischen Tiefbauamt. Zusätzlich habe es „einzelne Ad-hoc-Ergänzungen mit Leuchten“ nach Meldungen von Kieler Bürgern gegeben. Die Liste für 2019 beinhaltet derzeit 46 Punkte, angefangen vom Geh- und Radweg entlang der Fördestraße bei Schilksee bis zum Verbindungsweg Köhlstraße/Wittenbrook.

Ortsbeiräte sollen sich zu Prioritäten-Liste äußern

Die Ortsbeiräte sind aufgefordert, zu diesen Prioritäten Stellung zu nehmen, heißt es. „Dabei sollte die Notwendigkeit immer kritisch hinterfragt werden, um steigenden Kosten für die Stadt beim Energieverbrauch und bei der Betriebsführung entgegenzuwirken“, so Stadtbaurätin Doris Grondke im dafür vorgesehenen Antrag für den Bauausschuss im Februar. „Es wurde darauf hingewiesen, dass ohne Rückmeldung davon ausgegangen wird, dass die Maßnahmen nicht die Unterstützung des Ortsbeirates erfahren und in der Priorität auf null gesetzt werden.“

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Parallel können für die Liste des künftigen Jahres neue Bereiche benannt werden. In den Ortsbeiräten sollten daher auch die Rückmeldungen der Bürger landen, wo Angsträume gesehen werden. Einen öffentlichen Termin für die gesamte Stadt gibt es darüber hinaus stets im Herbst im Rathaus. Der aktuellste Stand von Beleuchtungen datierte dort zuletzt von 2017, als 10 Quecksilberdampflampen, 1573 Lampen vom Typ Natriumdampf-Hochdruck E, 11885 Natriumdampf-Hochdruck T, 517 Leuchtstofflampen Stabform, 6 Leuchtstofflampen U-Form, 6926 Leuchtstofflampen Kompakt sowie 60 Halogen-Metalldampflampen und 1654 LED-Lampen installiert waren.

Vielerorts wird auf LED-Technik umgestellt

Die immer weitergehende Umstellung der Straßenlampen auf LED ist dabei die tiefgreifendste Neuerung. „Angestrebt wird eine weitere Umstellung auf LED-Beleuchtung mit guter Gleichmäßigkeit“, so Nießner, Leiter der Abteilung Straßenbeleuchtung. Das ermögliche auch nächtliches Dimmen zwischen 23 und 5 Uhr auf 50 Prozent Leistung. Damit gehe niedrigerer Energieverbrauch und weniger Lichtverschmutzung einher.

„In den ehemaligen Freileitungsbereichen (überirdisch verlaufende Stromleitungen, d. Red.) ist nun eine gute gleichmäßige Beleuchtung vorhanden“, so Nießner. „Jede Neubau- oder Umbaumaßnahme wird auf eine gute gleichmäßige Beleuchtung ohne dunkle Bereiche überprüft und entsprechend angepasst.“ In Abstimmung gebracht wird das mit dem bereits 2010 verabschiedeten Lichtkonzept Kiels, zu dem es im damaligen Antrag hieß: „Konzeptionelle Leitidee des Lichtkonzeptes ist der Kontrast zwischen einer in warmweißes Licht getauchten Innenstadt und dem von kaltweißem Licht geprägten Fördeufer.“

Abstimmung mit Umwelt und Klimaschutz

Trotz einiger Fortschritte gibt es aber weiterhin Hindernisse auf dem Weg zu einer an den richtigen Punkten helleren und angstfreien Stadt – und das gilt fernab der Störungen, der sich der Betreiber Stadtwerke Bremen (SWB) annimmt: „Bäume behindern teilweise die Lichtwirkung“, erklärt die Stadt, „dazu sollen Verbesserungen entwickelt werden.“ Außerdem sei die Abstimmung von Umwelt- und Klimaschutz mit der geforderten hohen Beleuchtungsqualität eine Herausforderung. Technische Lösungen, vor allem durch neue LED-Leuchten, hätten ihre physikalischen Grenzen.

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