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Kiel Kiel ist bereit für seine Woche
Kiel Kiel ist bereit für seine Woche
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00:18 01.06.2013
Von Martina Drexler
Rund drei Millionen Besucher werden auf der Kieler Woche erwartet. Quelle: KN-Archiv
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Kiel

131 Jahre alt ist das Fest der Superlative, größte Sommerparty in Nordeuropa, weltweit größtes Seglerfest und ein Fest für alle Sinne. Ob neuseeländische Hirschmedaillons, pakistanische Pakoras oder finnische Lachssuppe – mit duftenden landestypischen Spezialitäten machen 33 Nationen auf dem Internationalen Markt Geschmack auf zehn tolle Tage. Im Gegensatz zum Vorjahr sind wieder Portugal und Indonesien dabei.

Jede Menge Kleinkunst kündigte Gaschke am Mittwoch bei der Vorstellung vieler Programmpunkte an, 20 Solisten, insgesamt 500 Künstler und Künstlerinnen auf der Rathausbühne, den kleinsten Shanty-Chor der Welt und ein vielfältiges Musikprogramm. Früher als gewohnt lädt der Verein zur Förderung der Kieler Woche zum Classic-Open-Air, dieses Mal unter dem Motto „Afrika“, bereits am ersten Kieler-Woche-Sonntag, 23. Juni, ein. Stargäste sind der frühere Toto-Frontmann Bobby Kimball, das Querflötentalent Theodore Squire und die britische Sängerin Mary Carewe, die die bekanntesten Titelmelodien der 007-Filmreihe präsentieren wird. Ihr Debüt auf der Rathausbühne feiert die lange A-cappella-Nacht. Wer tanzen will: Am 30. Juni ab 15 Uhr fordert die Tanzschule Gemind wieder zum „Tanzfieber“ auf.

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 Viel Trubel auf und vor der Rathausbühne, aber auch eine beliebte Oase der Ruhe in der Nachbarschaft: Das Hoftheater lässt für Kinder und Erwachsene wie bereits in den Vorjahren die Puppen tanzen. Mit dabei Marc Schnittger, der mit seinen Handpuppen einen szenischen Reigen zeigt. Doch auch im Hiroshimapark wird getanzt, und zwar Swing und Tango. Neu ist neben beliebten Auftritten von Jazzmusikern, dass im Hoftheater bereits am Freitag, 21. Juni, und Sonnabend, 22. Juni, AC/DC- und Deep-Purple-Coverbands sowie Kieler Nachwuchstalente unter dem Motto „laute Songs ganz leise“ auftreten und Musik ohne Verstärkung machen.

 Muss die Kieler Woche nicht überholt werden? Wie viel Kunst muss sein, wie viel Kommerz ist erlaubt, wie teuer darf sie sein? Susanne Gaschke, Verwaltungschefin und Wirtschaftsdezernentin, sicherte eine Konsolidierung in Fragen der Qualität zu und sprach sich gegen eine weitere Ausdehnung aus: Viel größer dürfe die Kieler Woche nicht ausfallen. Trotz aller Kritik an Einzelpunkten, berichtete sie, dass sie keine „Radikaltöne“ gehört hat, wonach die Kieler Woche mit ihren Traditionen und Ritualen „ganz anders sein muss.“ Und dass die Spiellinie kommerzfrei und wie alle anderen städtischen Angebote kostenlos bleibt, „dafür kämpfen wir“. Um die Kieler Woche zu stemmen, arbeiten städtische Mitarbeiter seit Wochen. Da sei ihnen ein halber freier Tag in der Festwoche zu gönnen, findet Gaschke und versichert, dass dies keine Auswirkungen auf Öffnungszeiten hat. Bei früheren Kieler Wochen gab es sogar einen ganzen freien Tag, doch der wurde vor mehr als zehn Jahren abgeschafft.