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Kiel Der Kanal nimmt Form an
Kiel Der Kanal nimmt Form an
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19:23 17.06.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Die Planungen für den Kleinen-Kiel-Kanal kommen voran: Inzwischen ist zusätzlich eine Fußgängerbrücke über die Wasserfläche geplant, außerdem sollen hochwertige Holzbodenbeläge verwendet werden. Quelle: Animation Ahlmann-Stiftung
Kiel

Der Ortsbeirat Mitte gab am Dienstagabend mit einer knappen Mehrheit sein Okay zum Vorentwurf für das 11,5 Millionen teure Projekt, an dem auch Bürger maßgeblich beteiligt waren.

„Grün, atmosphärisch und aktiv“: So wünschen sich Kieler das Umfeld des Kanals. Die Betonwüste Holstenbrücke soll verschwinden, diese Forderung wurde bei der Bürgerbeteiligung immer wieder laut. Über 650 Beiträge gingen bei der Verwaltung ein, viele Ideen wurden von den Planern aufgegriffen und im aktuellen Vorentwurf umgesetzt. Wie der Wunsch nach mehr Grün: „Es wird verschiedene Vegetationsflächen geben, wie vereinzelte Bäume auf der West- und eine ganze Baumreihe auf der Ostseite, Pflanzflächen, die mit Sitzgelegenheiten kombiniert sind, und einen seitlichen Pflanzenstreifen im Kanal, der für die Reinigung des Wassers im Becken sorgt", erklärte Landschaftsarchitekt Dirk Christiansen. Auch der Wunsch der Bürger nach Atmosphäre und Aufenthaltsqualität wurde aufgenommen: „Um mehr Wärme reinzubringen, haben wir uns für einen maritimen Holzbelag aus imprägnierter nordischer Kiefer auf dem sogenannten Boardwalk entschieden“, erläuterte Christiansen.

Der Boardwalk führt auf der Westseite über Treppenstufen und kleine Balkone direkt zum Wasser hin. Zur Verbindung der beiden Ufer des Kleinen-Kiel-Kanals wird es mindestens eine barrierefreie Brücke auf Höhe des Ahlmann-Hauses geben. Ob eine zweite Brücke in Verlängerung der Kehdenstraße gebaut wird, ist noch nicht entschieden.

Dem Wunsch nach Aktivität und vielfältiger Nutzung der Flächen wird laut Planer mit dem Wasserplatz Rechnung getragen, der zwischen Holstenstraße und Bootshafen entsteht. „Hier soll es inselartige Flächen geben, die ins seichte Wasser hineinragen und als Spielflächen für Kinder oder als Liegemöglichkeit für Sonnenhungrige genutzt werden können“, berichtete Dirk Christiansen. Der Zugang soll barrierefrei sein. Auch hier setzt sich die Gestaltung mit Bäumen, Pflanzen und dem Boardwalk fort. Zudem denken die Planer noch über verschiedene Arten von Wasserspielen nach. Eine Beleuchtung soll auch am Abend das Areal effektvoll in Szene setzen.

Wie von Anfang an geplant, soll die Holstenbrücke vom motorisierten Individualverkehr völlig freigehalten werden. Auf einer 6,50 Meter breiten Fahrbahn auf der Ostseite passieren zukünftig nur Busse, Taxen, Anlieferfahrzeuge und Radfahrer mit maximal 20 km/h den Kleinen-Kiel-Kanal. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen die Holstenbrücke umfahren. „Die Parkplätze und Parkhäuser im umliegenden Innenstadtbereich bleiben problemlos erreichbar“, versprach Verkehrsplaner Rolf Hüttmann. Die Bushaltestellen Holstenbrücke werden in die Rathausstraße auf Höhe Rathausplatz und in den Martensdamm verlegt. Wenn im Juli zuerst der Bauausschuss und dann die Ratsversammlung dem Vorentwurf zustimmen, geht es anschließend in die Ausführungsplanung, die Fördermittel des Landes könnten beantragt werden. Der Baubeginn ist dann für Oktober 2016 geplant. Im Frühjahr 2019 könnte der Kleine Kiel-Kanal fertig sein.

Die Mitglieder des Ortsbeirats Mitte zeigten sich zum Thema gespalten: Jasmin Bauer (SPD) hieß das Projekt willkommen, Erik Dzwiza (Grüne) freute sich, dass die Holstenbrücke endlich ein Ort zum Verweilen wird. Wohlwollend zur Kenntnis genommen wurden die Informationen, dass sich die Unterhaltungskosten für den Kanal pro Jahr nur auf zirka 40000 Euro belaufen sollen und sich die Eigentümer der umliegenden Immobilien nach dem Kommunalabgabengesetz nur an einem kleinen Teil der Baukosten beteiligen müssen. Seinen Unmut über die Pläne für den Kleinen-Kiel-Kanal brachte dagegen Rainer Tschorn (CDU) zum Ausdruck: „Die Holstenbrücke ist der windigste und schattigste Platz in ganz Kiel. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern." Mit fünf Pro- und drei Kontra-Stimmen gab der Ortsbeirat Mitte dem Vorentwurf seine Zustimmung.

Von Katja Schweckendiek

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