Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Vom Aufbruch in die Weimarer Republik
Kiel Vom Aufbruch in die Weimarer Republik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:52 27.09.2019
Von Oliver Stenzel
Sehen in der neuen Ausstellung einen konsequenten Anschluss an die Ereignisse des Matrosenaufstands 2018: Stadtarchiv-Leiter Johannes Rosenplänter, Kulturdezernentin Renate Treutel und Kuratorin Eva-Maria Karpf (von links). Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Noch bis zum Sonntag der kommenden Woche schlägt im Kieler Schifffahrtsmuseum „Die Stunde der Matrosen“, die die revolutionären Ereignisse von 1918 fokussiert. Im benachbarten Stadtmuseum rückt man ab morgen ein Jahr weiter und knüpft mit der Ausstellung „Aufbruch! Neue Bildungs- und Sozialpolitik im Kiel der Weimarer Republik“ nicht nur chronologisch an das Revolutionsjahr an.

Besonders relevante Zeit

„Die Situation am Ende des 1. Weltkriegs war eine vieler Hinsicht bedeutsame Zeit“, konstatiert Renate Treutel. Das Thema der neuen Ausstellung sei für sie als Kieler Kulturdezernentin besonders relevant: „Hier wurden zwei Grundpfeiler unseres Bildungsdezernats aufgestellt.“ Denn am 15. November 1919 wurde die Kieler Volkshochschule gegründet. Ein Jahr später kam erstmals ein Kindertagesheim in städtische Trägerschaft. Diese Entwicklungen sind aus Treutels Sicht vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Umdenkens möglich geworden: „Es sollte nun Bildung für alle geben und auch die eigene Meinung gewann an Bedeutung.“ Aufgrund der nahe beieinander liegenden Jubiläumsjahre seien beide Institutionen auf die Stadt zugekommen, berichtet Johannes Rosenplänter, der Leiter des Kieler Stadtarchivs. So habe sich die inhaltliche Klammer quasi automatisch ergeben.

Quellenlage war nicht einfach

Als Kuratorin der Ausstellung stand die Kunsthistorikerin Eva-Maria Karpf zunächst vor der Herausforderung, geeignetes Quellenmaterial zu erschließen: „Während ich im Fall der Volkshochschule über die alten Programme auch die Namen der ersten Dozenten in Erfahrung bringen konnte, gestaltete sich die Suche hinsichtlich der Kindertagesheime schwieriger.“ Nichtsdestotrotz schlägt die Ausstellung nun einen großen Bogen zwischen den Institutionen und wählt als gemeinsamen Ausgangspunkt die politische Situation im Jahr 2019. So unterstreichen beispielsweise Wahlplakate, auf der gezielt um die Stimmen von Frauen geworben wurde, deren neue Rolle.

Alle zogen an einem Strang

Hinsichtlich der Erwachsenenbildung zeigt sich, dass hier Stadtverwaltung, Universität und Gewerkschaften an einem Strang zogen. Zu den ersten VHS-Dozenten zählten insbesondere Lehrer und Wissenschaftler, zu denen etwa auch der Nobelpreisträger Otto Meyerhof gehörte. Weitere bekannte VHS-Persönlichkeiten waren der spätere Oberbürgermeister Andreas Gayk, die Kunsthistorikerin Lilli Martius, der Maler Heinrich Blunck oder der Rabbiner Arthur Posner.

Stadt übernahm zwei Kinderheime

Neue Formen der Sozialfürsorge entwickelten sich vor dem Hintergrund der prekären wirtschaftlichen Situation der jungen Weimarer Republik. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Stadt zwei Kindertagesheime und richtete selbst zwei weitere ein. Damit konnte sie Standards bei der Kinderbetreuung setzen. Sie finden sich 1926 im Lehrplan des städtischen Kindergärtnerinnen-Seminars wieder. Mit nicht nur aus Kiel stammendem Quellenmaterial verdeutlicht die Ausstellung auch diese Entwicklungsstrang. Neben Themen wie der kommunalen Fürsorge und den Kindergärten beleuchtet sie außerdem schlaglichtartig die mit dem Erstarken des Nationalsozialismus einhergehenden Brüche sowie den Neunanfang nach dem Ende des 2. Weltkriegs.

Viel Programm um die Ausstellung herum

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm: So hält beispielsweise der ehemalige Staatssekretär Rolf Fischer am 10. Oktober einen Vortrag zum Thema „Aufbruch: Kiels Kinderrepublik und der Mut zur Reformpädagogik“. Und Gerald Grote nähert sich dem Thema Pädagogik am 9. Januar mit einem Filmabend unter dem Motto „Mit Pauken und Trompeten“. Die Ausstellungseröffnung am Sonntag, 29. September, ist um 11.30 Uhr.

Mehr aus Kiel lesen Sie hier.

17 kulturelle Meilensteine vereinen am Sonntag, 29. September, die beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals zum alljährlichen Kulturmeilenfest. Von der Gustav-Garbe-Brücke bis zum MFG-5-Gelände lockt das Maritime Viertel Kiel von 10.30 bis 17 Uhr mit Musik, Lesungen, Führungen und Leckereien.

Karina Dreyer 27.09.2019

Für den derzeit von Holstein Kiel an den Drittligisten Chemnitzer FC ausgeliehenen Noah Awuku konnte Fußball-Verbandsligist FC Kilia Kiel eine Ausbildungsvergütung bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) geltend machen, da Awuku in der Vorsaison Zweitligaluft im Trikot der Störche geschnuppert hat.

Jan-Claas Harder 27.09.2019

Nach drei Niederlagen in Folge ist der SVE Comet Kiel in der Fußball-Landesliga Holstein auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Im bevorstehenden Heimspiel gegen den SV Eichede II (Sonnabend, 14 Uhr) will der Aufsteiger nun wieder den Weg zurück in die Erfolgsspur finden.

Michael Felke 27.09.2019