Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Gewappnet für das Leben nach der Schule
Kiel Gewappnet für das Leben nach der Schule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:05 04.03.2020
Von Michael Kluth
Mit Zuversicht in die Zukunft – und mit Unterstützung (v. li.): Angelina-Sydney Schmidt, Mohammad Khalaf und Melda Tut besuchen das RBZ am Schützenpark. Die drei jungen Leute berichteten von der guten Erfahrung, breit beraten den Übergang von der Schule zu bewältigen. Quelle: LHK/Arne Ivers
Anzeige
Kiel

Diese Abschlussquote sei „relativ hoch“, betonte Treutel. Dabei ist der Mittlere Schulabschluss (MSA) mit 54 Prozent der häufigste. Den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) erlangen 33 Prozent.

7,4 Prozent der Abgänger hätten die Gemeinschaftsschulen ohne Abschluss verlassen, gab die Bildungszernentin etwas bedrückt bekannt. „Sie haben es meist schwerer auf dem Ausbildungs- und auch auf dem Arbeitsmarkt – denn ohne Ausbildung gelingt auch der Übergang ins Berufsleben oft nicht gut“, sagte Treutel. „Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.“

Bildungsreport kommt alle zwei Jahre

Der Bildungsreport, den das Bildungsdezernat alle zwei Jahre vorlegt, stellt aktuelle Entwicklungen im Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Arbeit dar. Außerdem zeigt er, wie viele Schüler einen Schulabschluss erlangen und wie vielen direkt danach ein Anschluss gelingt.

„Alle jungen Menschen in Kiel sollen erfolgreich von der Schule in den Beruf durchstarten, ob über eine Ausbildung oder ein Studium“, sagte Treutel. „Die Schulen, wir als Stadt und viele weitere unterstützen sie dabei, um nicht den Durchblick zu verlieren.“

Die Stadt Kiel hat ein breites Netzwerk gespannt

Tatsächlich hat die Stadt ein breites Netzwerk gespannt. So intensiviert die Agentur für Arbeit seit Kurzem ihr Beratungsangebot direkt in den Schulen. Fachkräfte der Jugendberufsagentur bieten täglich Sprechzeiten an den RBZ an. Zudem begleiten an den Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) städtische Übergangsmanager die Schüler individuell.

"Es ist was Schönes, nicht alleine da zu stehen"

Letztere erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Schülerin Melda Tut fällt „ihrer“ Übergangsmanagerin Tatiana Bagachuk am RBZ am Schützenpark um den Hals und sagt: „Das ist was Schönes, wenn man Unterstützung hat und nicht allein gelassen da steht.“ Die 19-Jährige strebt eine Ausbildung zur Verwaltungsfachwirtin an. Die städtische Mitarbeiterin steht ihr täglich bei.

Einen anderen Weg geht ihre Mitschülerin Angelina-Sydney Schmidt. Die 18-Jährige möchte Automobilkauffrau werden. Die Berufsberater am RBZ haben ihr geholfen, ein Praktikum beim VW-Händler Schmidt & Hoffmann zu bekommen, das absehbar in eine Ausbildung münden wird.

Gute Aussichten auch für Mohammad Khalaf. Der 19-Jährige lebt erst seit zwei Jahren in Deutschland, hat binnen kürzester Zeit am RBZ und mit seinen Fußballkumpels gut Deutsch gelernt und möchte bald eine Ausbildung als Friseur oder als Koch starten. Er strahlt Selbstvertrauen und Zuversicht aus. Kein Zweifel: Es wird ihm gelingen.

Viele gehen lieber weiter zur Schule

Grundsätzlich zeigt die Auswertung, dass die meisten Absolventen lieber weiter zur Schule gehen, statt eine Ausbildung zu beginnen. Nur knapp 24 Prozent nehmen eine Ausbildung auf. Die Zahl betrübt die Bildungsdezernentin. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel bleibe eine Ausbildungsquote von 30 Prozent das Ziel, sagte Treutel.

Treutel sieht auch Ausbildungsbetriebe in der Pflicht

Allerdings geht ihr der Hut hoch, wenn Ausbildungsbetriebe beklagen, zu viele Absolventen sprächen nicht gut genug Fachdeutsch. Sie erinnert an eine gewisse Mitverantwortung der Arbeitgeber: „Dann bringen Sie denen das bei!“

Weil aber „Ausbildungsbetriebe diese Lücke im Betrieb nicht schließen“, werde aktuell passend zum Bedarf von zugewanderten Jugendlichen in Ausbildung ein fachspezifischer Deutschunterricht in den RBZ entwickelt.

Bildungsreport 2019: www.kiel.de/bildungsregion

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier

So viel Aktualität gab es selten im Kieler "Tatort". In "Borowski und der Hass der weißen Männer" ermitteln Klaus Borowski und Mila Sahin im Umfeld eines einsamen, hasserfüllten Außenseiters. Der Fall hat gewisse Parallelen zu den Anschlägen in Hanau und Halle. Eine Woche wird nun in Kiel gedreht.

Steffen Müller 04.03.2020
Borowski und die Angst der weißen Männer - Hier wird der Kieler "Tatort" gedreht

Im Kieler Tatort "Borowski und die Angst der weißen Männer" ist Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) auf der Jagd nach einem Frauenhasser. Gedreht wird vom 3. März bis 1. April 2020 in Kiel, dem Kreis Stormarn und in Hamburg. In einer interaktiven Karte zeigen wir Ihnen die Drehorte.

KN-online (Kieler Nachrichten) 04.03.2020

Kieler Studentinnen haben Spielkarten mit neuen Bildern entwickelt, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden sollen. Nun wurden sie für "Das Bunte Deck", das unter anderem Königin mit Kopftuch, Figuren mit anderer Hautfarbe und kurzhaarige Damen zeigt, mit dem Fairwandler-Preis 2020 ausgezeichnet.

04.03.2020