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Kiel Noch ein Fachgeschäft weniger
Kiel Noch ein Fachgeschäft weniger
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07:49 29.03.2019
Von Jürgen Küppers
Für Stephanie Koop ist ab dem 30. Juni Schluss: Dann schließt die Kauffrau ihr Fachgeschäft "Stoffkontor" am Kleinen Kuhberg. Grund dafür - wenn auch nicht der einzige - ist die Baustelle direkt vor ihrem Laden. Kunden finden deshalb nur noch mit Mühe den Eingang. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Jüngstes Beispiel dafür ist der Verkauf eines Hauses in der Holstenstraße 41, in dem früher unter anderem die Bäckerei Ditsch Brezeln und anderes Laugengebäck verkaufte. Laut Schütt-Immobilien erzielte das Gebäude mit einer Nutzfläche von 350 Quadratmetern einen Kaufpreis von 1,25 Millionen Euro. Wer genau den Zuschlag bekam, wollte Schütt-Verkaufsleiter Bernd Hollstein auf Nachfrage aber nicht verraten.

Der „private, überregional tätige Investor“ habe aber bekundet, das Gebäude für eine neue Nutzung zu modernisieren. Einen Mieter gebe es auch schon, dessen Name Hollstein ebenfalls nicht nannte, dafür aber den des Verkäufers: die in Italien ansässige Erbengemeinschaft Toscani. Zum Hintergrund: Die Familie Toscani eröffnete schon 1961 das erste italienische Eiscafé Kiels in der Holstenstraße.

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Künftig mehr Gastronomie an der Holstenbrücke

An die Zugkraft von Gastronomie glaubt auch die Ahlmann-Stiftung, die gerade erst rund zwei Millionen Euro in die Sanierung ihres Gebäudekomplexes an der Holstenbrücke investierte. Auch zwei Ladenlokale sollen laut GVI-Immobilien GmbH, die den Komplex im Auftrag der Stiftung verwaltet, für eine gastronomische Nutzung modernisiert werden. „Die Arbeiten dafür starten voraussichtlich vier Monate vor der absehbaren Fertigstellung des Holsten-Fleets“, kündigte GVI-Geschäftsführer Peter Plambeck auf Nachfrage an.

"Stoffkontor" schließt Ende Juni

Für Stephanie Koop geht es in der Innenstadt hingegen nicht mehr weiter: Am 30. Juni dieses Jahres schließt sie ihr 2012 eröffnetes „Stoffkontor“ am Kleinen Kuhberg. „Das tut schon weh“, räumt die 48-Jährige ein, „denn der Laden war für mich wie ein Wohnzimmer“.

Doch die Fakten sprachen gegen den Weiterbetrieb des Fachgeschäftes für Stoffe, Nähmaschinen und Nähzubehör, in dem Kunden unter fachkundiger Anleitung die erworbenen Stoffe auch zu Kleidungsstücken verarbeiten konnten.

Viele Faktoren führten zum Aus

Es sei ein ganzes Bündel von Faktoren gewesen, die die gelernte Bankkauffrau zur Geschäftsaufgabe bewogen hätten, nicht nur die Baustelle direkt vor ihrer Ladentür, die Kunden seit einigen Wochen den Zugang ins „Stoffkontor“ deutlich erschwert.

Hinzu kam der Druck durch den fortschreitenden Trend zur Online-Bestellung bis zum anhaltend schwächelnden Lauf in der Innenstadt, flankiert von Sperrungen und Baustellen mit der Folge von immer weniger Parkmöglichkeiten. Zudem habe die Vermieterin des Ladenlokals eine Reduzierung der Miete abgelehnt: „Weil die Situation absehbar nicht besser wird, blieb mir keine andere Wahl als zu schließen."

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