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Kiel Seit Sonntag ist Kraftwerk Geschichte
Kiel Seit Sonntag ist Kraftwerk Geschichte
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06:00 01.04.2019
Von Jürgen Küppers
Der letzte Dampf wurde am Sonntag abgelassen als das Gemeinschaftskraftwerk endgültig vom Netz ging. Trotzdem bleibt die Versorgung Kiels mit Strom und Fernwärme gesichert.  Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

Bis das neue Gaskraftwerk in Betrieb geht (wahrscheinlich im September), produzieren die fünf dezentralen Heizwerke Kiels Wärme. Strom fließt aus dem überregionalen Netz in die Landeshauptstadt. Für die Techniker der letzten Schicht im GKK waren es trotzdem schwere Stunden, bis die letzten Kohlen in „ihrem“ Werk endgültig verglühten.

Kraftwerker machten ihren Job wie immer

In der sogenannten Warte, der Steuerungszentrale, machten die Kraftwerker am Sonntag ihren Job, als wäre alles so wie immer. Was natürlich nicht so war. Aber darüber sprachen sie kaum, als sie auf den Großbildschirm starrten, um Daten zu Temperaturen, Druck und Energieleistung ihres Werks im Blick zu behalten. Bis zum Schluss.

Um 12.35 Uhr begann der Anfang vom Ende: Gerd Schmidt drückte einen unscheinbaren Knopf an einem Steuerungsschrank und kappte damit die Stromverbindung zum Turbinenantrieb. 

1970 "knipste" er das Kraftwerk an - und jetzt wieder aus

Eigentlich hätte ihm dabei das Herz bluten müssen. Schließlich war er es, der ebenfalls mit einem Knopfdruck am 11. September 1970 um genau 13.59 Uhr in einem zweistündigen Testlauf den ersten Strom des GKK produzierte.

„Ich war sozusagen die Hebamme des Kraftwerks“, scherzte der Elektromeister. Doch Trauer oder zumindest Wehmut waren ihm erstaunlicherweise nicht anzumerken, nachdem er „seinem Kind“ den Todesstoß per Knopfdruck versetzte: „Mit mehr als 48 Jahren war das Kraftwerk ja auch lange genug am Netz.“

Am Montag starten Arbeiten zur Stilllegung

Den Mann der ersten Stunde, der schon 1968 mit der Elektro-Bauleitplanung die ersten Strippen für den zwei Jahre später startenden Kraftwerksbetrieb zog, trieben eher Sorgen um die künftige Energieversorgung um: Windkraft und Sonne, schön und gut: „Aber verlässlich sind sie eben nicht. Es wird uns noch dicke Probleme bescheren, dass wir viel zu früh von der Kernkraft weg sind.“

Schon am Montag beginnt der allerletzte Akt der langen GKK-Geschichte. Tonnenweise Öl, Säuren, Laugen und chemische Dosierungsmittel müssen raus aus Leitungen und Behältern. Bis irgendwann nur noch das Kraftwerks-Gerippe auf seinen Abriss wartet.

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