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Kiel Fischzucht hat doch Zukunft
Kiel Fischzucht hat doch Zukunft
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11:00 03.03.2019
Von Kristiane Backheuer
Foto: Zwei Frauen, eine Firma: Die Meeresbiologinnen Sophie Bodenstein (links) und Yvonne Rößner haben die Kieler Lachsforellenzucht am Ostufer übernommen.
Zwei Frauen, eine Firma: Die Meeresbiologinnen Sophie Bodenstein (links) und Yvonne Rößner haben die Kieler Lachsforellenzucht am Ostufer übernommen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Für unbefristete Zeit kann nun direkt am neuen Küstenkraftwerk die Forellenzucht weitergehen. Einzige Unsicherheit: Die Zuwegung zur Zucht liegt auf dem Gelände des alten Gemeinschaftskraftwerks gleich nebenan. Der komplette Komplex wird stillgelegt und steht derzeit zum Verkauf. Der Seehafen Kiel hat Interesse bekundet. Aber auch signalisiert, dass er nichts gegen den kleinen Fischbetrieb hätte. Einen Vertrag gibt es allerdings noch nicht.

Frauen in der Fischzucht sind selten

Trotzdem haben die beiden neuen Eigentümerinnen, Yvonne Rößner (38) und Sophie Bodenstein (32), den Betrieb von Tassilo Jäger gekauft. Über die Kaufsumme haben sie Stillschweigen vereinbart.

Bei den vielen, vielen Gesprächen vor der Geschäftsübernahme haben Rößner und Bodenstein ständig Neues dazugelernt. Beim Thema Fisch dagegen kann den beiden so schnell niemand etwas vormachen. Schon lange arbeiteten die beiden neben dem Studium der Meeresbiologie auf der Farm von Tassilo Jäger. Auch er hat einst so angefangen. Aus dem theoretischen Studium wurde praktischer Ernst. „Frauen in der Fischzucht sind schon sehr selten“, sagt Tassilo Jäger. 

"Wir haben keine Massenproduktion"

Ihre Fische beziehen sie aus Dänemark. Hier in der Ostsee direkt am neuen Küstenkraftwerk wachsen sie, bis sie zwei bis vier Kilogramm schwer sind. „Wir haben keine Massenproduktion“, sagt Yvonne Rößner. „Wenn man jeden Fisch persönlich in der Hand hat, bleibt der Respekt vor dem Tier.“ Und: Bei der Kieler Forellenzucht wird alles verwertet. Auch die Fischköpfe machten sich prima in der Suppe. „Das Schöne ist“, sagt Sophie Bodenstein, „dass die gesamte Produktionskette in unserer Hand liegt. Vom Abfischen übers Verarbeiten bis zum Verkauf.“ 

Auf den Märkten stehen die Fischliebhaber Schlange

Nun hoffen alle drei, dass die Zukunft gesichert ist. Rund 600 Quadratmeter groß ist das Gelände der Fischzuchtanlage. Es liegt am Fuße des alten Kieler Kohlekraftwerks. 17 Tonnen Fisch wurden im vergangenen Jahr verkauft. Wenn alle Netzgehege wieder ausgelegt sind, werden hier vor den Toren Kiels wieder ein paar Tausend Lachsforellen heranwachsen. „Es ist die einzige marine Fischzuchtanlage in Deutschland“, sagt Tassilo Jäger, und Stolz schwingt in seiner Stimme. „Ich freue mich sehr, dass es weitergeht.“ Die Kunden bestimmt auch. Denn auf dem Wochenmarkt auf dem Exer mittwochs und sonnabends und am Donnerstag auf dem Blücher stehen Fischliebhaber Schlange, um die rotfleischige Delikatesse „made in Kiel“ zu bekommen.

Weitere Informationen: www.Kieler-Lachsforelle.de. Die Inhaberinnen sind unter Tel. 01579/2322110 oder per E-Mail info@kieler-lachsforelle.de zu erreichen. 

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