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Kiel „Einiges wird in Kiel länger dauern“
Kiel „Einiges wird in Kiel länger dauern“
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09:53 18.03.2019
Oberbürgermeister Ulf Kämpfer im Interview. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Kieler Nachrichten: Herr Oberbürgermeister, sind Sie selbst schockiert über die Kostensteigerung beim Bau des Holsten-Fleets von 15 auf 18,7 Millionen Euro binnen vier Monaten?

Ulf Kämpfer: Schockiert war ich nicht, aber natürlich ist es unerfreulich. Viele Investoren machen gerade die Erfahrung, dass sie aufgrund der Baukonjunktur ganz andere Ausschreibungsergebnisse erzielen, als sie vor drei Jahren gedacht haben. Wenn die Nachfrage groß und das Angebot knapp ist, steigen die Preise. Zudem war die schwierige Bodenbeschaffenheit nicht detailliert vorhersehbar. In der Abwägung zwischen Kosten- und Zeitrahmen entscheiden wir uns dafür, schnellfertig zu werden. Das sind wir den Kaufleuten in der Innenstadt schuldig.

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Zuletzt gab es auf die Ausschreibung der Wassertechnik gar kein Angebot. Ist die Vergabe jetzt gesichert?

Wir sind im Verfahren und ich hoffe, schnell den Sack zumachen zu können, denn es ist die letzte große Vergabe, die noch aussteht.  

Soll es eigentlich am Ende „Holsten-Fleet“ heißen, wie von den KN-Leserschaft gewünscht, oder „Kleiner Kiel-Kanal“?

Da gibt es keine städtischen Direktive. Das entscheidet am Ende die Kieler Schnauze.

Ein anderer Aufreger sind die Rolltreppen zum Holstentörn. Trotz langer Vorwarnzeit ist es jetzt zum Totalausfall gekommen. Ärgert Sie die blockierende Uneinigkeit in der Ratskooperation?

Die Rolltreppen am Holstentörn sind eine Schmuddelecke, das weiß jeder. Wir müssen abwägen: kleine Sanierung oder großer Wurf? Einen Abriss und Neubau wird die Stadt auf keinen Fall allein schultern. Die Baudezernentin und ich werden kurzfristig Verhandlungen mit Karstadt und Sophienhof führen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Die Kooperation wird ebenfalls schnelleine Grundsatzentscheidung treffen. Das heißt: nach Ostern.

Das Aufstiegsbauwerk ist nur ein Beispiel für den Sanierungsstau in Kiel. Sie haben an anderer Stelle davon gesprochen, die Stadt sei „jahrzehntelang kaputtgespart“ worden. Wo sind da Fehler gemacht worden?

Die kreisfreien Städte sind lange mit den sozialen Lasten alleingelassen worden. Wir werden in der Grundfinanzierung immer noch benachteiligt, aber wir haben jetzt ein Zeitfenster, in dem wir investieren und unterhalten können – und das passiert ja überall in der Stadt. Es gab seit Olympia 1972 nicht mehr so viel Sanierung und Neubau.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Wochenendausgabe der Kieler Nachrichten.

Von Kristian Blasel und Michael Kluth

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