Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Kieler Wehdenweg ist kein Unfallhotspot
Kiel Kieler Wehdenweg ist kein Unfallhotspot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:59 08.11.2019
Von Karin Jordt
Die alte Schwentinebrücke ist ein Nadelöhr und ein Albtraum für Radfahrer. Viele weichen vom Kopfsteinpflaster auf den Bürgersteig aus, was nicht erlaubt ist. Quelle: Karin Jordt
Kiel

An der schlichten, unscheinbaren Kreuzung von Grabastraße und Plöner Straße in Ellerbek kracht es dagegen besonders oft. Viermal stießen Autos allein in der Zeit von Januar bis Mitte Juli dieses Jahres an der „Unfallhäufungsstelle Plöner Straße/Grabastraße“ zusammen. Ursache war in allen Fällen, dass die Vorfahrt – Rechts vor Links – in den Nebenstraßen missachtet wurde, wie Gunnar Röbsch, Leiter der Polizeistation Dietrichsdorf, dem Ortsbeirat Ellerbek/Wellingdorf erläuterte. Die Unfallverursacher seien 25, 28, 38 und 83 Jahre alt gewesen, eine Person sei leicht verletzt worden.

Kritische Situationen auf der alten Schwentinebrücke

Auf der alten Schwentinebrücke gibt es ebenfalls immer wieder kritische Situationen, weil die verengte Fahrbahn wenig Platz für Autos und Radfahrer bietet. Da das Kopfsteinpflaster zudem nicht fahrradfreundlich ist, weichen die Radler meist auf den Gehweg aus und machen Fußgängern den Platz streitig. „Aus polizeilicher Sicht ist die alte Schwentinebrücke kein Unfallschwerpunkt“, betonte Röbsch. „Fußgänger beschweren sich aber immer wieder, dass die Radfahrer den Bürgersteig benutzen.“ 

Sieben Verkehrsunfälle

Von 2014 bis 2019 seien in dem Bereich sieben Verkehrsunfälle mit acht leicht verletzten Personen aufgenommen worden. Die Ursachen dafür seien unterschiedlich gewesen, in nur einem Fall habe ein Radfahrer „verbotswidrig“ den Gehweg benutzt. „In die Statistik können wir natürlich nur einbeziehen, was uns gemeldet wird“; erklärte Röbsch. Besucher der Ortsbeiratssitzung berichteten von weiteren Unfällen mit Radfahrern, die aber nicht angezeigt wurden, weil sich die Verursacher blitzschnell aus dem Staub gemacht hätten. Auch wenn die Person unbekannt sei, könne Anzeige erstattet werden, erklärte Röbsch.

Wehdenweg ist kein "Unfallhotspot"

Für den Wehdenweg, in dem 2018 ein Rollerfahrer bei einer Kollision mit einem Kleintransporter mit Anhänger neben einer Verkehrsinsel ums Leben kam, sind nach Polizeiangaben von 2014 bis 2019 insgesamt 20 Unfälle aufgenommen worden, also im Schnitt gut drei pro Jahr. 17 Personen seien verletzt worden, davon 13 leicht. Vor allem bei den Aus- und Einfahrten vom und zum Ostring krachte es hin und wieder, aber auch an anderen Punkten der Hauptstraße. Von Anliegern und Fahrradfahrern wird die stark befahrene Straße als „brandgefährlich“ eingeschätzt, von einem Unfallhotspot könne man aber nicht sprechen, meinte Röbsch

Auswertung durch Unfallkommission

Eine Unfallkommission werte alle Unfälle aus, um Gefahrenpunkte zu entschärfen. „Wir erleben täglich gefährliche Situationen, Lastwagen brettern links an den Verkehrsinseln vorbei,“ beschwerte sich eine Anwohnerin, „hier muss mehr getan werden, denn der Verkehr nimmt immer mehr zu.“ In den vergangenen zehn Jahren ist laut Verkehrssicherheitsbericht von 2018 in Schleswig-Holstein ein kontinuierlicher Anstieg der Verkehrsunfälle pro 100 000 Einwohner erkennbar. Die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer pro 100 000 Einwohner sinkt aber seit 2015. In Kiel wurden 2018 insgesamt rund 9450 Verkehrsunfälle registriert, das waren 250 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, sank in der Landeshauptstadt in dem Zeitraum um 13 auf 1110.

Mehr aus Kiel lesen Sie hier.

Unverantwortlicher Dummejungenstreich: Zwei Jugendliche aus Frankfurt/M. sollen im August in einem Hotel in Kiel angerufen und mit einer Bombe gedroht haben. Der Polizei ist gelungen, die beiden Tatverdächtigen zu ermitteln. Auf sie kommen jetzt möglicherweise Schadenersatzforderungen zu.

07.11.2019

Ist ein Nebenjob für Studenten nur nützlich, wenn er nicht nur Geld bringt, sondern sich auch gut im Lebenslauf macht? Dreieinhalb Jahre hat Bloggerin Kira Drosdowski im Einzelhandel gejobbt. Auch wenn ihr Studium nichts mit Klamotten verkaufen zu tun hatte, ist sie an dieser Aufgabe gewachsen.

KN-online (Kieler Nachrichten) 07.11.2019

Kiel im Bombenkrieg: Ein Film mit bedrückenden Aufnahmen weckt teils schreckliche Erinnerungen bei den Zeitzeugen. Über einige von ihnen berichteten sie jetzt bei einer Aufführung des Films in der Bürgergalerie der Förde Sparkasse in Kiel.

Marc R. Hofmann 07.11.2019