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Kiel Politik feiert autofreie Kiellinie
Kiel Politik feiert autofreie Kiellinie
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17:48 15.08.2019
Von Michael Kluth
Sie präsentierten am "Tatort" das "Erlebnis Kiellinie Nord" (v. re.): Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), Fabian Kumkar vom Stadtplanungsamt, Peter Bender vom Tiefbauamt und Nicole Holz vom Grünflächenamt. Quelle: Frank Peter
Kiel

Grund für die insgesamt sogar sechswöchige Sperrung ist die Erneuerung der Entwässerung und der Asphaltdecke. In den ersten beiden Wochen will die Stadt auf der Straße Spiel, Sport, Kultur, Gastronomie und Informationsveranstaltungen zur Verkehrswende anbieten.

SPD lobt optimales Baustellenmanagement

Ein "optimales Baustellenmanagement" sieht die SPD-Fraktionschefin Gesa Langfeldt. Der zweiwöchige Erlebnisraum während der sechswöchigen Straßensperrung sei "eine geniale Möglichkeit, den Bürgerinnen und Bürgern alternative Mobilitätsarten nahezubringen". Sie ermunterte alle Kielerinnen und Kieler, sie "ganz unverbindlich auszuprobieren" und sich zu informieren.

Diese Stationen sind an der Kiellinie geplant.

CDU nimmt Düsternbrook in Schutz

Von einem "spannenden Experiment" spricht der CDU-Ratsherr Rainer Kreutz. Der Test dürfe aber "kein Selbstläufer" im Hinblick auf eine dauerhafte Sperrung für Autos sein. In die Auswertung müssten auch der Niemannsweg und weitere Straßen in Düsternbrook einbezogen werden. Das Wohnquartier dürfe nicht dauerhaft zur Ausweichroute werden. Zudem dürften anliegende Betriebe wie das Hotel Maritim und die Seebar keine Nachteile erleiden.

Linke will noch mehr autofreie Zonen

Die Linke in Kiel begrüßt die Sperrung der Kiellinie für Autos uneingeschränkt. "Jeder Raum, der den Autos genommen wird, ist ein richtiger Schritt in Richtung einer dringend benötigten Verkehrswende", sagt ihr Oberbürgermeister-Kandidat Björn Thoroe. "Wir treten dafür ein, dass auch in der Innenstadt weitere autofreie Zonen geschaffen werden."

So kommentiert Redakteur Michael Kluth die autofreie Kiellinie

"Die Fraktion" will durchatmen

"Versuch macht kluch", scherzte Ratsherr Andreas Halle von der "Fraktion". Er freut sich auf "eine tolle Gelegenheit, mal so richtig gesund durchzuatmen“.

SSW erwartet ergebnisoffene Auswertung

Es sei "geschickt und kreativ", die Zeit der Bautätigkeit auf der Kiellinie dafür zu nutzen, die Menschen nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten zu befragen, findet der SSW-Fraktionschef Marcel Schmidt. Das liefere stadtplanerische Erkenntnisse und Einblicke in neue Möglichkeiten. Das "Kreativexperiment" müsse "ergebnisoffen und transparent" ausgewertet werden. Schmidt: "Solche Gelegenheiten sollten künftig auch an anderer Stelle genutzt werden."

Kieler Grüne frohlocken

Die September-Aktion sei "ein großartiger Versuch, um zu testen, ob die Kieler eine autofreie Kiellinie annehmen", frohlockt der grüne Ratsherr Arne Stenger. Die Belastung der Feldstraße müsse ermittelt werden, gegebenenfalls müsse die Stadt nachsteuern. Vorrang für die Kieler Grünen habe "die Aufwertung der Kiellinie zur gleichberechtigten Nutzung für Fußgänger und Radfahrer."

FDP warnt vor dauerhafter Sperrung

Widerspruch kommt allein vom rot-grünen Kooperationspartner FDP. Fraktionschefin Christina Musculus-Stahnke nennt die Sperrung wegen der Bauarbeiten unvermeidlich, erteilt aber einer dauerhaft autofreien Kiellinie jetzt schon eine Absage: "Wir halten die Kiellinie als Durchgangsstraße für unverzichtbar", sagt sie und nimmt die nördlichen Stadtteile sowie die Beschäftigten von Landtag und Landesregierung in den Blick. Die Parallelstraßen Feldstraße und Holtenauer Straße seien bereits gut ausgelastet. Persönlich fügt Musculus-Stahnke an, die Kiellinie sei "auch mit dem Auto ein entspannendes Erlebnis".

Factbox: Die Abstimmung auf KN-online

Mehr als 1000 Stimmen wurden auf KN-online bis zum Donnerstagabend bei unserer Umfrage zur autofreien Kiellinie abgegeben. Die Frage "Wünschen Sie sich eine dauerhaft autofreie Kiellinie?" haben 62 Prozent mit Nein und 38 Prozent mit Ja beantwortet.

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