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Kiel Rohrbruch am Dreiecksplatz verursachte weitere Lecks im Stadtgebiet
Kiel

Kieler Rohrbruch verursachte weitere Lecks im Stadtgebiet

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13:15 11.01.2022
Von Frank Behling
Das defekte Rohrstück nach dem Ausbau.
Das defekte Rohrstück nach dem Ausbau. Quelle: Frank Behling
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Der Rohrbruch der Fernwärmeleitung in der Holtenauer Straße hat die Verwundbarkeit des Kieler Versorgungsnetzes offenbart. Der punktuelle Schaden in einer Leitung im Westen Kiels hatte Auswirkungen auf das gesamte Stadtgebiet – und offenbart jetzt auch die Schwächen von manchem Hausanschluss.

Kieler Rohrbruch offenbart die Schwachstellen in der Hausinstallation des Ernst-Barlach-Gymnasiums

Im Ernst-Barlach-Gymnasium in Projensdorf etwa blieben am Montag die Räume kalt. Der Schaden lag dort aber hinter dem Übergabepunkt im städtischen Gebäude. „Wenn es in der Hausinstallation Schwachstellen gibt, dann werden diese Fehler mit den Druckschwankungen auch in die Hausinstallationen durchgedrückt“, so Jörg Teupen, der Technikchef der Stadtwerke.

Die Druckschwankungen entstehen durch die Verdampfungseffekte im Fernwärmenetz. Denn das 115 Grad heiße Wasser in den Leitungen kann bei nachlassendem Druck verdampfen. So etwa, wenn der Druck unter ein Bar fällt. Normalerweise wird das Fernwärmewasser mit bis zu 6 Bar durch die Leitungen geleitet.

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„Das verdampfende Wasser nimmt dann Volumen ein und das drückt auch in die Hausanschlüsse durch“, erklärt Teupen. Moderne Heizungsanlagen seien auf diese Schwankungen bis zu einem gewissen Maß ausgelegt. Aber ältere Anlagen könnten dann schnell Probleme machen und ebenfalls Leckstellen erzeugen. Bei den städtischen Immobilien ist das Thema durchaus aktuell. Hier erfolgt eine Beobachtung durch die jeweiligen Mitarbeiter im Gebäudemanagement.

Stadtwerke Kiel: Die Analyse wird noch Zeit brauchen

Bei den Stadtwerken Kiel ist nach dem Ende der Reparatur der Zeitpunkt für die Analyse. Das beschädigte Rohr mit der durch Korrosion ausgefransten Stelle ist gesichert und wird begutachtet. In diesem Fall ist die Korrosion von außen in einem sehr begrenzten Umfang auf das etwa 50 bis 60 Jahre alte Stahlrohr getroffen. Das 35 Zentimeter im Durchmesser dicke Rohr ist nur auf der Länge von etwa einem Meter stark korrodiert. Wieso, ist noch unklar. Jörg Teupen verspricht aber, dass man sich diesen Fall ganz genau anschauen werde. Eine Begutachtung der baulichen Situation sowie des Materials werde aber auf jeden Fall noch Zeit brauchen.

Frank Behling 11.01.2022
Frank Behling 11.01.2022