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Kiel SPD bekennt sich zum Freibad Katzheide
Kiel SPD bekennt sich zum Freibad Katzheide
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10:00 13.07.2019
Von Martin Geist
Lokaltermin der SPD-Ratsfraktion in Katzheide. Am Ziel Wiedereröffnung 2020 halten die Genossen klar fest. Quelle: Martin Geist
Kiel

Als im November 2014 die Kieler Ratsversammlung mit breiter Mehrheit das Aus für Katzheide beschloss, unterstützte dies mit Ausnahme des mittlerweile verstorbenen Ratsherrn Michael Schmalz die gesamte SPD-Fraktion. Selbst sein Parteifreund Wolfgang Schulz, damaliger Ratsherr für Gaarden-Ost, hatte den Finger für die Schließung gehoben. Mit der von fast allen Seiten ins Feld geführten Begründung, dass eine Sanierung zu teuer und das neue Bad an der Hörn zu nah sei. Weil auf Seiten von CDU, Grünen und FDP kaum anders argumentiert wurde und nur die Linke konsequent die soziale Unentbehrlichkeit von Katzheide hervorhob, verfestigte sich der bis heute immer wieder aufkommende Eindruck, dass diese Einrichtung politisch nicht gewollt sei.

Kursänderung nach Bürgerbegehren

Erst ein Bürgerbegehren mit sehr vielen Unterschriften führte bekanntlich zu einer Kursänderung. Doch weil das Freibad in dieser Saison mit Blick auf die anstehende Sanierung geschlossen bleibt und es jetzt, wie berichtet, zu Problemen bei der Ausschreibung gekommen ist, wächst wieder die durchaus auch verschwörungstheoretisch inspirierte Unsicherheit. Das ändert jedoch nach allen vorliegenden Fakten und Äußerungen nichts daran, dass tatsächlich niemand die Absicht hat, Katzheide zu schließen. Was die Verwaltung tun kann, damit in der Saison 2020 wieder gebadet werden kann, das werde sie auch tun, versicherte Christian Jacobsen vom Sportamt: „Das ist ganz klar die Aussage.“ Eine Einschränkung fügte der Mann aus dem Rathaus allerdings hinzu. Wenn sich keine Unternehmen finden, die überhaupt bereit sind, Aufträge zu übernehmen, könne am Ende eben selbst ein noch so aufrichtiger Zeitplan ins Wanken geraten.

Undichte Folie verursacht hohe Kosten

Philip Schüller, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, bekannte sich ebenfalls zu Katzheide. Und er gab sich optimistisch. Dass der Finanzausschuss jüngst in einer Sondersitzung für die freihändige Vergabe der Abbrucharbeiten plädierte, habe an der Sachlage nichts verändert, sondern befördere im Gegenteil das Ziel, das Bad im kommenden Jahr wieder zu eröffnen. „In weite Ferne rücken“ würde dagegen nach Schüllers Überzeugung eine Sanierung, wenn das Freibad, wie von den Linken und dem Verein „Katzheide: Ja!“ gefordert, sofort geöffnet würde. Das formulierte auch Christian Jacobsen so ähnlich. Auf dem Boden der Becken befinden sich nach seinen Angaben 120 Einspüldüsen, in deren Umfeld fast durchweg die Folie undicht ist. Konsequenz: An jedem Öffnungstag würden infolge der aufwühlenden Wirkung der Umwälzpumpen etwa 150 000 Liter Wasser verlorengehen, was auf die Saison bezogen zusätzliche Kosten von mindestens 50 000 Euro verursachen würde. 

Stadelmann kritisiert Opposition

Bei allem Verständnis für die technischen Zwänge und die angespannte Lage der Bauwirtschaft ließ zumindest der Gaardener Ratsherr Nesimi Temel eine gewisse Skepsis durchklingen. „Wir müssen das bis zum Schluss begleiten, das geht gar nicht anders.“ Unterdessen kritisierte Ratsherr Falk Stadelmann die Opposition, die aus seiner Sicht die Probleme um die Vergabe ausnutzt, um „parteipolitische Vorteile“ herauszuschlagen: „Äußerungen, die die Verwaltung in ein schlechtes Licht rücken sollen, haben keine Grundlage.“

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