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Kiel Jenny Böken: Ermittlungen gehen weiter
Kiel Jenny Böken: Ermittlungen gehen weiter
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16:30 11.03.2019
Jenny Böken starb auf der "Gorch Fock". In dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel weiterhin. Quelle: Henning Kaiser/dpa (Archiv)
Kiel

Die Staatsanwaltschaft Kiel behält den Fall der 2008 ums Leben gekommenen „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken. Die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein habe den Antrag des Vaters, die Ermittlungen einer anderen Staatsanwaltschaft zu übertragen, abgelehnt, teilte ein Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Schleswig mit. Es bestünden keine Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Staatsanwaltschaft Kiel. Diese teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen jetzt fortzusetzen, die während des Antrags geruht hätten.

Im September 2018 hatten sich die Eltern an Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) gewandt. Über ihren Aachener Anwalt Rainer Dietz beantragten die Eltern, die Ministerin solle das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein anweisen, statt der Kieler eine andere Staatsanwaltschaft mit der Prüfung des kürzlich gestellten Antrags auf Wiederaufnahme der 2009 eingestellten Ermittlungen zu beauftragen.

Justizministerium leitete antrag an Generalstaatsanwaltschaft weiter

Der mit der Prüfung beauftragte Kieler Oberstaatsanwalt als auch die gesamte Staatsanwaltschaft Kiel brächten „nicht die notwendige Unvoreingenommenheit und Neutralität“ entgegen, „die es ermöglichen, unbefangen mit neuen Erkenntnissen in dieser Sache umzugehen und diese adäquat zu (bewerten)“, hieß es in dem Antrag vom 17. September 2018.

Verwiesen wurde unter anderem auf angeblich unvollständige Akten oder unzulängliche oder fehlerhafte Ermittlungen. Die Justizministerin Schleswig-Holstein leitete den Antrag weiter an die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig.

Tod von Jenny Böken bis heute nicht eindeutig geklärt

Die Todesumstände der 18-Jährigen Jenny Böken, die während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine in der Nacht zum 4. September 2008 bei einer Wache über Bord ging, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler halten ein Unglück für am wahrscheinlichsten. Die Eltern sehen Hinweise sogar für einen Mord - gestützt auf eine eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen.

Laut Dietz soll ein früherer Kadett erklärt haben, dass kurz nach dem Auffinden der Leiche ihn mehrere Männer - darunter Marineangehörige - in einer Kaserne besucht hätten. Sie sollen angedeutet haben, dass die junge Frau erdrosselt worden sei.

Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt weiter im Fall Jenny Böken

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel sagte am Montag, die Ermittlungen würden fortgesetzt und man werde sehen, „ob wir mit der Person Licht ins Dunkel bringen können“.

Der Vater der Kadettin hatte im September knapp 140000 Unterschriften für eine Wiederaufnahme der eingestellten Ermittlungen gesammelt. Insgesamt 14 Aktenordner hatte Uwe Böken Justizministerin Sütterlin-Waack übergeben. „Wir haben nichts davon, dass jetzt irgendwelche Leute für irgendwelche Zeiträume ins Gefängnis gehen oder irgendwelche Köpfe rollen“, sagte er damals. Das bringe die Familie nicht weiter. „Aber ich will wissen, wie ist Jenny zu Tode gekommen. Nicht mehr und nicht weniger.“

Mehr zum Fall Jenny Böken lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von dpa

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