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Kiel Jeden Tag 30 Tonnen Müll
Kiel Jeden Tag 30 Tonnen Müll
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00:37 26.06.2014
Von Jana Ohlhoff
Schon früh am Morgen sind sieben Teams des ABK unterwegs, um die Reste des Festes zu entfernen. Auf dem Foto (von links): Michael Köppke, Kai Hegers, Axel Schneider, Jens Siebels, Teamleiter Thorsten Babbe uns Alexander Krummbein. Quelle: Janssen
Kiel

Während die meisten Kieler noch tief und fest schlafen, ist ABK-Teamleiter Thorsten Babbe schon mit seiner 20 Mann starken Reinigungstruppe im Kieler Innenstadtbereich unterwegs. Seit 5 Uhr morgens sind die Männer in Orange dabei, die Überreste des gestrigen Kieler-Woche-Tages mit Besen, Laubpustern sowie Klein- und Großkehrmaschinen zu beseitigen – eine schweißtreibende Arbeit. „Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir es mülltechnisch eher mit einer entspannten Kieler Woche zu tun“, erklärt Babbe, der bereits seit 14 Jahren als Straßenreiniger dabei ist. „Die Stadt ist in diesem Jahr eigentlich relativ sauber. Das liegt vor allem daran, dass die Besucher die zahlreich aufgestellten Tonnen nutzen und wir seit Jahren getrennte Sammelbehälter anbieten.“

 Mit dem Laubpuster auf der Schulter treibt Jens Siebels laut dröhnend Essensreste, durchgeweichte Pappteller, abgenagte Spieße und natürlich jede Menge Kronkorken und Kippen in der Mitte des Asmus-Bremer-Platzes zu einem ordentlichen Haufen zusammen. Unterstützt wird er dabei von seinen Kollegen, die ihm mit dem Besen zuarbeiten. „Den Rest erledigen die Kehrmaschinen“, erläutert der ABK-Mitarbeiter. So schnell wie heute gingen die Aufräumarbeiten allerdings nicht immer voran: „Vor einigen Jahren stand man hier und auf dem Internationalen Markt noch bis zum Knöchel in Abfall“, erzählt Babbe. „Erst durch die Einführung des Flaschen- und Dosenpfands sowie des Pfands auf Teller und Co. wurde es besser“. Und noch etwas hilft dabei, das Müllaufkommen zu senken: das Kieler-Woche-Wetter. „Bei Regen fällt einfach deutlich weniger Müll an“, weiß Pressesprecher Rolf Eichholz.

 Rund 150 Straßenreiniger sind während der Kieler Woche tagtäglich im Kampf gegen den Müll im Einsatz: „Wir sind insgesamt mit sieben Teams im Stadtgebiet unterwegs“, sagt Eichholz. „Davon übernehmen 25 Mann die Entleerung der rund 1000 zusätzlich aufgestellten Tonnen. Der Rest arbeitet auf der Fläche.“ Auch die neuen Big Bellys in der Innenstadt werden vorsorglich jeden Tag entleert. „Die Vielzahl an Müllbehältern hat sich in den letzten Jahren bewährt. Je kürzer die Wege, umso mehr Müll landet in der Tonne“, weiß Eichholz.

 Aber nicht nur zu Land sorgt die Kieler Abfallwirtschaft für Sauberkeit: „Einige unserer Mitarbeiter mit einem Bootsführerschein fahren jeden Morgen zwischen 6 und 8 Uhr mit unserem Müllboot, der ,Schiermoker’, raus, und befreien die Förde von weggeworfenen Flaschen und anderem Unrat“, erzählt Eichholz. Da ist noch echte Handarbeit gefragt. Schließlich muss jedes Teil einzeln mit dem Kescher aus dem Wasser gefischt werden.