Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Feinschliff für den Budenzauber
Kiel Feinschliff für den Budenzauber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:38 21.06.2014
Von Lina Timm
Der Herr über Töpfe und Pfannen mit vollem Einsatz im Aufbau: Robert Tappauf, Küchenchef am Stand der Österreicher. Quelle: fpr
Kiel

Es reihen sich Transporter an Anhänger, überall liegen Baumaterialien herum, Stück für Stück richten sich die Buden, Hütten und Stände auf – kurzum, die Aufbauarbeiten auf den Plätzen und Straßen der Landeshauptstadt sind in vollem Gange. Auch auf dem Internationalen Markt auf dem Rathausplatz – dort präsentieren sich 33 Nationen mit folkloristischen, handwerklichen und vor allem kulinarischen Höhepunkten ihrer Heimat – werden die freien Flächen rarer und die Ergebnisse erkennbarer, einschließlich der charakteristischen Kennzeichen der Gastländer.

 „Das ist natürlich ein Rentier und kein Elch“, erklärt Matthias Böldt lachend. Der 30-Jährige montiert das finnische Symboltier auf dem Dach des Finnland-Standes. Seit Sonnabend baut er mit seinen fünf Kollegen die Buden auf, in denen ab morgen um 18 Uhr Lapinkulta-Bier, frisch gegrillter Feuerlachs, Lapplandwaffeln und andere finnische Spezialitäten angeboten werden. „Wir sind gut im Zeitplan und lassen keine Hektik aufkommen, bis jetzt jedenfalls“, erzählt der Göttinger Student, der lange in Kiel gelebt hat und schon seit fünf Jahren zur Kieler Woche beim Aufbau mit anpackt. Das Team, eine bunte Truppe aus Deutschen und Finnen, legt großen Wert auf eine detailreiche Optik. „Es soll am Ende gut aussehen, wir arbeiten mit Blick auf die Ästhetik“, so Böldt.

 Auch Annika Salonen, gebürtige Finnin und zusammen mit ihrem deutschen Mann Bernd Betreiberin des Standes, gibt sich entspannt. „Natürlich muss bis Freitagabend alles fertig sein, aber zur Not legen wir noch eine Nachtschicht ein“, erzählt die 45-Jährige. „Das ist harte Arbeit hier, soll aber auch schön sein für alle und Spaß machen.“ Um den Besuchern und besonders ihren Stammgästen immer etwas neues bieten zu können, versucht sich die findige Finnin an einem traditionellen Zaun als Dekoration vor dem „Kota-Grilli“, dem typischen Grill der Finnen. „Die hat man früher zum Trocknen von Heu benutzt. Jetzt müssen wir hier noch ein bisschen herumprobieren, bis er endgültig steht.“ Trotz der des anstrengenden Aufbaus, freut sie sich auf den morgigen Startschuss: „Der Freitag ist immer unsere Generalprobe, da sieht man, was noch alles fehlt und ob alles funktioniert.“

 Die Nachbarn aus Österreich sind auch noch dabei ihren Stand im Stil eines Fachwerkhauses aus Holz hochzuziehen. Bevor sich die Besucher jedoch über Kaiserschmarren, Germknödel und Schnitzel Wiener Art freuen können, muss die Hütte stehen, denn: „Hier baut auch der Küchenchef mit auf“, so Robert Tappauf, der Koch der Österreicher.