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Kiel Veganer haben nichts zu meckern
Kiel Veganer haben nichts zu meckern
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00:39 27.06.2014
Von Jennifer Ruske
Mit einem leckeren Kokosnuss-Wasser - und netter niederländischer Bekanntschaft namens Jan - lässt Annikki Bredthauer den vegane Kieler Woche-Bummel an der Kiellinie ausklingen. Foto Ruske Quelle: Ruske
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Kiel

Dicht gedrängt reihen sich die Stände von der Hörn bis zum Landeshaus. Die meisten davon bieten Kulinarisches. Und das kommt Annikki Bredthauer aus Rade bei Rendsburg gerade Recht. Die Kieler- Woche-Besucherin hat Hunger. „Mal schauen, was wir finden“, sagt die Lehrerin. Denn einfach essen, was auf den Grill kommt, will sie nicht. Die 44-Jährige ist Veganerin „aus gesundheitlichen Gründen“. Das heißt, sie verzichtet auf Fisch, Fleisch, Eier, Milch, Käse und alle anderen tierischen Produkte. Die Palette des No-Go reicht bis hin zu Apfelsaft, der mit tierischer Gelatine geklärt wird.

 „Mir geht es mit dieser Ernährungsweise einfach besser“, erklärt Annikki Bredthauer, die sich seit ihrem 16. Lebensjahr vegetarisch und seit knapp zwei Jahren vegan ernährt. „Das klappt problemlos“, sagt sie. „In der Regel findet sich im Restaurant immer etwas zu Essen, entweder eine Gemüsepfanne, eine Pizza ohne Käse oder ein Salat ohne Dressing.“ Daher ist sie optimistisch, auch bei der Kieler Woche fündig und satt zu werden.

 Um den knurrenden Magen ein wenig zu beruhigen, gibt es am Alten Markt erst einmal frische Kirschen. Am Stand gegenüber deckt sie sich mit Pistazien und Cashewnüssen ein. „Die sind zum Knabbern zwischendurch lecker.“ Auch die in pflanzlichem Öl frittierten, salzigen Kartoffelchips, die fix im Bauch verschwinden, sind nicht mehr als ein kleiner Snack. Der große Hunger ist damit noch lange nicht gestillt. Die Suche nach etwas Essbaren geht weiter – und zwar kilometerweit. Die Festmeile ist lang. „Man muss schon viel laufen, viel schauen und vor allem an den Ständen viel nach Zutaten und Zubereitung fragen“, weiß Annikki Bredthauer und lässt ihre Blicke auf der Kiellinie quer über Töpfe und Pfannen schweifen.

 Vorbei an frischen Maiskolben ohne Butter, einer Champignonpfanne mit Zwiebeln, einer chinesischen Gemüsepfanne mit Nudeln (ohne Ei) sowie am Brot vom Holzofenbäcker führt die kulinarische Odyssee. All das dürfte Annikki Bredthauer durchaus essen, doch das Richtige ist irgendwie nicht dabei. Also geht es wieder retour gen Innenstadt – und dort hat Annikki Bredthauer Glück. Der Muddi-Markt is(s)t Veggi. Genüsslich schlemmt sich sie 44-Jährige hier durch Falafel, Pommes und Salat, entspannt sich hinterher bei einer Soja-Latte von der Lauferei. „Herrlich!“, schwärmt sie. Doch auch abseits dieses speziellen Angebots wäre sie sehr gut satt geworden, sagt sie. Ihr Fazit ist damit ein absolut Positives: „Die Kieler Woche lässt sich gut vegan genießen.“