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Kiel Abschied vom Ewigen Eis der Spiellinie
Kiel Abschied vom Ewigen Eis der Spiellinie
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20:18 30.06.2019
Von Christin Jahns
Annemieke Döring (rechts) hat zur Abkühlung extra einen Regensturm in die Polarexpedition eingebaut. Quelle: Frank Peter
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Kiel

So richtig trennen möchte sich kurz vor dem großen Finale noch niemand. Die siebenjährige Maya hämmert noch ein letztes Brett an die Yeti-Füße, die ganz oben auf dem Berg aus der Wiese ragen. „Der Yeti ist kopfüber in den Tiefschnee gesprungen, der unter dem Rasen auf den Winter wartet“, erklärt Maya. „Jetzt ist er stecken geblieben und kann nicht mehr aufstehen. Darum können wir auf seinen Füßen stehen.“

Dass der Fantasie der Kinder nahezu keine Grenzen gesetzt sind, beweisen die kleinen und großen Künstler jedes Jahr aufs Neue. So ganz ignorieren ließen sich große politische Themen wie der Klimawandel angesichts der Temperaturen dann aber doch nicht. „Die Stimmung war wirklich super schön und total entspannt“, resümiert Spiellinien-Leiterin Maike Wiechmann. „Aufgrund der Wärme war es allerdings schon etwas leerer als in den vergangenen Jahren. Die Eltern waren da sehr verantwortungsbewusst.“

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Besucher suchten schattige Plätzchen an der Spiellinie

Wer sich trotz der Hitze auf die Wiese traute, versuchte seine Aktivitäten in den Schatten der Bäume zu verlegen. Das haben sich auch Rasmus und seine Eltern Silke und Jan Böttcher aus Heikendorf gedacht. „Ich habe heute Wolle an das Mammut gebunden und an der Polarstation gearbeitet, da war überall Schatten“, erzählt der Fünfjährige.

Auch die dreijährige Josephin hat sich ein schattiges Plätzchen zum Spielen gesucht und krabbelt fröhlich durch die Stoffiglus, während ihre Eltern unter dem Baum stehen und ein Auge auf ihre Tochter haben. Die Hüpfburg dagegen wirkte an diesem Sonntagnachmittag nahezu verwaist. Wer auf der Suche nach Action war, stieg lieber in eine der Rollkisten um, in denen man mit etwas weniger Anstrengung auf Geschwindigkeit kommen kann. Schattige Fleckchen wie die Polarstation profitierten dagegen von den hohen Temperaturen, indem sie ein bisschen größer wurden als ursprünglich geplant, erzählt Wiechmann.

Ewiges Eis: Polarexpedition gegen die Hitze

Andere Stationen wie die Expedition „Antarktischer Perlwurz“ haben die ungewöhnlichen Wetterbedingungen einfach mit aufgenommen. „Auf der Suche nach dem kleinen Eisbären, der auf seiner Scholle abgetrieben ist, untersuchen wir nicht nur warum das Eis schmilzt, sondern geraten auch in einen schlimmen Regensturm, bei dem die Kinder sich zur Abkühlung mit Sprühflaschen gegenseitig nassspritzen dürfen“, erzählt Expeditionsleiterin Annemieke Döring.

Weil auch die schönste Spiellinie einmal zu Ende gehen muss, laufen die Kinder nach der erfolgreichen Expedition direkt zum Abschlussrundgang. Dort wurde als kleiner Trost auch schon das Motto für die nächste Spiellinie verraten. „Wir haben uns überlegt, dass wir 2020 eine geheimnisvolle Vogelwelt auf die Krusenkoppel zaubern wollen“, sagt Wiechmann. „Nachdem wir uns farblich in diesem Jahr eher zurückgenommen haben, können wir dann wieder so richtig aus dem Vollen schöpfen.“

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KN-online (Kieler Nachrichten) 01.07.2019
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