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Kiel Auffangzelt-Armbänder helfen beim Suchen
Kiel Auffangzelt-Armbänder helfen beim Suchen
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13:00 26.06.2019
Von Christin Jahns
Beim Auffangzelt des Kinderschutzbunds bekommt jedes Kind ein buntes Papierarmband, auf dem die Eltern ihre Telefonnummern notieren können. Quelle: Frank Peter
Kiel

„Wir öffnen offiziell erst um elf“, erzählt Auffangzelt-Koordinatorin Katharina Höhle vom Kinderschutzbund. „Am Wochenende stehen die Leute trotzdem schon ab kurz nach zehn Schlange und warten darauf, dass sie ihre Mobilnummern auf die Armbänder schreiben können.“

Auch Melanie und ihre sechsjährige Tochter Sia warten in der Schlange vor dem Auffangzelt zur Kieler Woche 2019. „Früher haben ich den Kindern möglichst bunte T-Shirts angezogen, damit ich sie im Trubel auf der Wiese nicht verliere“, erzählt Melanie, die für den Spiellinien-Besuch mit ihren zwei Kindern aus Eutin angereist ist.

„Da mittlerweile so gut wie jeder ein Mobiltelefon dabei hat, ist die Möglichkeit mit den Armbändern natürlich deutlich praktischer“, sagt Melanie, während sie ihrem 14-jährigen Sohn ein türkisfarbenes Armband mit Handynummer in die Hand drückt. „Bis jetzt ist zwar noch keins meiner Kinder verloren gegangen, aber so habe ich einfach ein besseres Gefühl.“

Pinke Armbänder sind der Renner im Kinderauffangszelt auf der Spiellinie

Besonders beliebt: Armbänder in knalligem Pink. „Wir haben von allen Farben gleich viel bestellt“, erzählt Katharina Höhle. „Die Pinken waren am Sonntag schon leer. Da müssen wir jetzt erst mal nachordern, damit die Kinder wieder alle Farben zur Auswahl haben.“

Denn auch wenn die meisten Eltern hoffen, ihre Kindern zwischen den Yeti-Füßen, Mammuts und Polarstationen im „Ewigen Eis“ der Krusenkoppel nicht aus den Augen zu verlieren, ist der Großteil doch lieber vorbereitet. „Erfahrungsgemäß sind die meisten Eltern eher ruhig und lassen ihre Kinder mit einem guten Gefühl auf der Wiese toben und hämmern“, beobachtet Katharina Höhle. „Jeder der sich ein Armband abholt, weiß, dass wir da sind und ein Auge auf die Kinder haben. Und auch auf die Kinder wirkt es beruhigend, wenn sie statt einem anonymen Zelt ein Gesicht vor Augen haben.“

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Handynummern erleichtern die Suche

Wenn Kinder ihre Eltern verloren haben und mit Armband und Telefonnummer zum Auffangzelt kommen, verläuft die Suche deshalb meistens ganz unkompliziert. „Während wir versuchen die Eltern auf dem Handy zu erreichen, können die Kinder sich ins Zelt setzen und wenn sie Lust haben ein bisschen was malen“, erzählt Höhle.

Allzu oft komme das allerdings nicht vor. Am ersten Wochenende hätten sich trotz der hohen Besucherzahlen nur etwa zehn verlorene Kinder beim Auffangzelt gemeldet. „Wir beobachten schon seit längerem, dass die Kinder im Umgang mit Mobiltelefonen inzwischen viel entspannter sind“, erzählt Spiellinien-Leiterin Maike Wiechmann von der Förde-VHS. „Wenn die Kinder ihre Eltern nicht mehr sehen, gehen sie häufig einfach auf anderen Eltern zu, halten den Arm hoch und fragen, ob die mal kurz Mama oder Papa anrufen können.“

Viele Kinder fragen andere Eltern auf der Spiellinie um Hilfe

Diesen Eindruck bestätigt auch Joana Vandung aus Kiel, während sie beim Auffangzelt Armbänder für ihre Kinder Anton (2) und Pia (5) beschriftet. „Wir haben Pia beim Toben auf der Krusenkoppel schon mal aus den Augen verloren“, erzählt die 35-Jährige.

„Das war ein schlimmes Gefühl, aber seitdem weiß ich, dass sie keine Scheu hat und sich traut andere Eltern, um Hilfe zu fragen. Ein bisschen Sorgen macht man sich natürlich trotzdem, aber es hilft auf jeden Fall, dass es hier Leute gibt, die man ansprechen kann.“

Schwieriger wird es, wenn Kinder keine Handynummern der Eltern dabei haben: „Gerade die Kleinen werden dann oft unruhig, fangen an zu weinen und wollen sich nicht einfach ins Zelt setzen, um auf ihre Eltern zu warten“, berichtet Höhle.

„In solchen Fällen gehen wir mit den Kindern über das Gelände und suchen die Eltern. Das hat bisher auch ganz gut geklappt. Trotzdem bin ich froh, dass die Armbänder so gut etabliert sind und inzwischen auch bei unserem zweiten Auffangzelt an der Kiellinie genutzt werden.“ Aus Höhles Sicht ist die Suche dort nämlich deutlich schwieriger als im relativ abgeschlossenen Abenteuerland auf der Krusenkoppel.

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