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Kiel Klarer Heimsieg für Bourani
Kiel Klarer Heimsieg für Bourani
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23:19 20.06.2014
Von Thomas Richter
WM-Hymne im Gepäck: Andreas Bourani begeisterte bei der Kieler Woche die Massen. Quelle: fpr: Frank Peter
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Kiel

Wie aus einer Kehle sangen die Fans seinen ARD-WM-Song „Auf uns“. Und tatsächlich klang das fast mehr nach Stadion als nach Konzert. Aber irgendwie ist die Kieler Woche ja ohnehin so etwas wie eine Mischung aus beidem.

Dabei hatte er die Fußball-Weltmeisterschaft gar nicht im Sinn gehabt, als er den Song schrieb, erzählt uns Andreas Bourani kurz vor der Show im Interview. „Es war so ein perfekter Abend mit guten Freunden. Eine Situation, bei der eben alles stimmt. Das wollte ich festhalten und damit die Freude über das Leben, die Gemeinschaft und den perfekten Moment zum Ausdruck bringen. Man sollte wirklich immer versuchen, den Blick auf das Gute zu richten. Auch wenn das Schlechte zu finden wahrscheinlich viel einfacher ist“, sagt der gebürtige Augsburger Bourani, der sich im Gespräch auch als großer Fan von Grönemeyer, Lindenberg oder Nena outet. „Auf uns“ schlug ein wie eine Bombe. „Naja, und dann kam eben eines Tages die E-Mail vom NDR mit der Anfrage, ihn als offiziellen WM-Song zu kriegen“, erzählt der Sänger lapidar, „klar, dass man da nicht nein sagt.“

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 Doch obwohl die Hymne jetzt in aller Munde ist, ist es nicht der erste Riesenhit von Bourani. 2011 schaffte es „Nur in meinem Kopf“ auf Anhieb von null an die Spitze der Charts und war einer der meistgespielten Songs im Radio. Auch diese Nummer ist ein absoluter Ohrwurm, der auch auf der Hörnbühne für einen der ersten Gänsehaut-Momente dieser Kieler Woche sorgte. Bourani ist also fähig, das ganz große Ding rauszuhauen, die Art Popsong, die auch gleich ein Motto ist, die Art, die die Menschen nachhaltig bewegt und beflügelt. Doch die meisten Songs auf der neuen Platte „Hey“, die natürlich im Zentrum des umjubelten Auftritts stand, sind eingängige, radiotaugliche, schön getextete Pop-Balladen wie „Füreinander gemacht“ mit sphärischen Enya-Streichern, das wunderbare „Auf anderen Wegen“, das fast schon am Chanson kratzt, das melancholische „Alles beim Alten“ und natürlich der Titelsong „Hey“. Die reduzierte Gangart ist nicht risikolos bei einem Live-Konzert. Aber die unzähligen Fans vor der Bühne und auf dem durch das neue Sicherheitskonzept überzeugenden Areal darum herum hingen ihrem Star an den Lippen. Denn sein Auftritt war wirklich intensiv, ohne überladen oder eitel zu wirken. Das Publikum spürte, dass Bourani an seine Songs glaubt. Oder wie er es formuliert: „Es muss für einen Song immer die Notwendigkeit geben, wirklich etwas ausdrücken zu wollen.“