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Kiel Marsch – tanze Tango mit mir!
Kiel Marsch – tanze Tango mit mir!
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19:04 24.06.2014
Von Niklas Schomburg
Gerade aufrichten, Brust raus: Lehrerin Sara Mága zeigt unserem Reporter Niklas Schomburg, wie der Mann beim Tango die Frau führt. Quelle: fpr
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Kiel

Es ist nicht viel los auf dem Internationalen Markt, als ich am Argentinien-Stand ankomme. Um 11 Uhr soll hier mein Tanzkursus beginnen. Ich bin extra etwas früher gekommen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Im Stand des südamerikanischen Landes brutzeln schon die ersten Steaks und Chorizos auf dem Grill – etwas essen möchte aber noch niemand. Überhaupt verirren sich nur wenige Leute hierher – mit Ausnahme von Schülern, die kleckerweise in Zweiergrüppchen eintrudeln. Sie sind wohl auf Klassenfahrt und wurden auf eine Rallye durch Kiel geschickt. Alle fragen sie: Welcher Tanz stammt aus Argentinien? Die Belegschaft im Stand antwortet gerne: Der Tango natürlich! Und dann weisen sie jedes Mal auf den Kursus hin, der gleich beginnt.

Ich fürchte schon, dass ich heute der einzige Schüler sein werde, da finden sich doch noch drei Paare ein, die sich am Tango Argentino versuchen wollen. Da ich alleine bin, tanze ich mit der Lehrerin. Die heißt Sara Mága und unterrichtet in der Galeria Tango in Kiel. Und sie nimmt mir rasch meine Bedenken. „Man muss nicht begabt sein“, sagt sie, „der Tango ist in Argentinien ein Volkstanz. Es geht darum, etwas gemeinsam zur Musik zu tun.“

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So weit, so erleichternd. Ich begebe mich also auf die schwarzen Platten, die zwischen den Ständen als Tanzfläche ausgelegt sind. Das erste Problem ergibt sich genau um 11 Uhr – und es hat nichts mit meinem fehlenden Talent zu tun. Auf der Rathausbühne spielt die Bigband der US-Navy. Dass dabei keine Tangoklänge über den Platz schallen, versteht sich. Es heißt also Tango lernen zum Takt der Marsch- und Blasmusik – unter erschwerten Bedingungen sozusagen. Dabei hatte Sara mir noch gesagt, dass drei Dinge beim Tango wichtig seien: Der Mann, die Frau und die Musik. Na ja, zwei von drei ist doch keine schlechte Quote.

Wir beginnen mit Laufübungen, lange Schritte nach vorn und nach hinten. Gerade aufrichten und Brust raus – beim Tango führt der Mann die Frau mit dem Oberkörper, nicht mit den Armen. Wenig später lerne ich die Schrittfolge für die Base, den Grundschritt des Tango. Bisher klappt alles – aber ehrlich: Acht Schritte zu lernen, ist nicht die größte Herausforderung. Die dann im Takt der Musik auszuführen, schon eher – aber noch immer keine Klänge von Geige und Bandoneon, stattdessen Tuba und Saxofon.

So geht es weiter, eine halbe Stunde lang. Dann kann ich immerhin schon mehrere Kombinationen tanzen. Der Tango ist eine Art Baukastentanz: Aus den verschiedenen Elementen sucht sich der Mann einzelne Schritte und Folgen aus und führt damit seine Tanzpartnerin. Das klappt bei mir auch, sage ich mir selbstbewusst. Und tatsächlich: Ohne Stolpern und auch ohne Sara auf die Füße zu treten, lege ich eineleidenschaftliche Sohle aufs provisorische Parkett. Dafür gibt es sogar ein Lob von meiner Tanzlehrerin: „Nach einer Stunde drei Figuren zu führen, das kann nicht jeder.“

Und so bin ich mir am Ende der Stunde sicher: Ein großer Tänzer bin ich nicht – aber Spaß macht das Tanzen trotzdem. Ich beherrsche Tango zwar nicht, bin aber doch in der Lage, ein paar Schritte zur Musik zu machen. Mehr, als ich erwartet hatte!

Auf dem Wasser, Sport oder Spiel?

Am Mittwoch muss Günter Schellhase im simulierten Rausch ins Getümmel. Und unsere Kieler-Woche-Reporter haben immer noch nicht genug. Unter dem Motto „Frei nach Wahl“ stellen sich Anne Holbach und Niklas Schomburg der Abstimmung auf KN-online. Die Reportage lesen Sie dann in der Freitag-Ausgabe. Zur Auswahl stehen:

Auf dem Wasser: Einmal dahin, wo es richtig rund geht: Wir begleiten einen Tag lang als Assistent unseren Fotografen Uwe Paesler bei den Segelregatten vor Schilksee.

Auf dem Sportplatz: Tamborello oder Speedminton? Wir probieren einige Trendsportarten im Camp 24/7 und im Citti-Park aus.

Auf dem Spielplatz: Spielen macht Kinder froh und Erwachsene ebenso? Wir testen die Spielstationen im Schlosspark und auf der Spiellinie.

Und so funktioniert es: Die Online-Abstimmung über die Themen ist bis heute um 16 Uhr möglich auf www.kn-online.de/freinachwahl

Vorschläge erwünscht:

Haben Sie einen Vorschlag, was unsere Reporter auf der Kieler Woche machen sollen? Mailen Sie an lokalredaktion@kieler-nachrichten.de oder schreiben Sie an Lokalredaktion, Fleethörn 1-7, 24103 Kiel. Unter allen Einsendungen verlosen wir fünfmal zwei Chips für den Power Tower.

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