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Kiel Den „Tiger“ auf Tempo trimmen
Kiel Den „Tiger“ auf Tempo trimmen
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06:00 18.06.2014
Von Paul Wagner
Der „Tiger“ ist fast fertig: Kiels Kulturreferent Rainer Pasternak hat mit seinem Sohn Justin eine Seifenkiste gebaut. Zur Kieler Woche wollen sie damit an den Start gehen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

„Jetzt müssen wir erst einmal den Schwerpunkt testen“, sagt Rainer Pasternak und deutet auf den „Tiger“. So heißt die Seifenkiste, die er in den vergangenen Tagen gemeinsam mit seinem elfjährigen Sohn Justin gebaut hat. Denn noch ist der Kindersitz relativ weit oben montiert, was nicht gerade gut für die Kurvenlage ist. Das Material hatte Pasternak schon im Schuppen: zwei alte Klappräder, einen Fahrradgepäckträger fürs Auto und einen Kindersitz. „Ich habe geschaut, was wir da haben und mir dann Gedanken über die Konstruktion gemacht.“ Gewindestangen aus dem Baumarkt sorgen schließlich für Stabilität zwischen den beiden Fahrrädern und verteilen die Zugkräfte. Am Ende soll ein großes Tigerfell quer über die Konstruktion für eine gute Optik sorgen.

 Bis jetzt haben die beiden Schrauber schon 20 Stunden mit ihrer Seifenkiste zugebracht. „Mir war wichtig, dass man die Kiste nach dem Rennen auch wieder auseinandernehmen kann“, sagt Chefmonteur Pasternak. „Sonst steht sie später doch oft nur herum.“ Jetzt fehlt noch eine Teststrecke, auf der Justin mit seinem „Tiger“ in den nächsten Tagen die ersten Runden drehen kann. „Darauf freue ich mich am meisten“, sagt der Pilot und zeigt stolz, wie leicht er die gut geölte Kiste mit nur zwei Fingern zum Rollen bringt. „Ich schätze, dass die Kiste auf der Bergstraße bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell sein wird“, sagt Rainer Pasternak und ergänzt: „Ich finde es echt toll, dass die Kfz-Innung die Organisation des Seifenkistenrennens zur Kieler Woche übernommen hat.“ Denn irgendwie habe das Rennen als Spaß für die ganze Familie gefehlt. „Wenn es im letzten Jahr ein Rennen gegeben hätte, wären wir bestimmt auch schon dabei gewesen.“

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 Das beliebte Seifenkistenrennen während der Kieler Woche wurde vor zwei Jahren erstmals abgesagt und fiel auch im vergangenen Jahr aus, nachdem der Hauptsponsor, die Förde-Sparkasse, abgesprungen war. Am Sonntag, 29. Juni, ist es ab 10 Uhr wieder soweit. Unter Federführung der Kfz-Innung Kiel-Neumünster hat das hoch motivierte Organisationsteam für die städtischen Genehmigungen, etwa 1000 Strohballen, Pokale und Rennleitung gesorgt. „Wir sind startklar. Jetzt brauchen wir nur noch gutes Wetter“, sagt Organisator Hans W. Hansen, Obermeister der Kfz-Innung.

 Teilnehmen dürfen Kinder ab acht Jahren, die Startgebühr liegt bei fünf Euro. Die jungen Piloten sollen einen Helm und feste Schuhe tragen. Nach der Abnahme durch den Tüv und einem Probelauf gehen die Kisten ab 13 Uhr an den Start. Die Strecke ist etwa 230 Meter lang und hat sieben Prozent Gefälle. Für wenige Starter gibt es noch freie Plätze.