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Kiel Kieler Woche: Stromzähler rotieren
Kiel Kieler Woche: Stromzähler rotieren
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10:48 19.06.2013
Von Günter Schellhase
Damit an der Kiellinie der Strom fließt: Event-Planer Holger Stricker überprüft einen Stromkasten. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Anderthalb Monate vor der Kieler Woche fängt Holger Stricker an zu planen. Er ist Chef der Event-Stromversorgung bei den Stadtwerken und dafür verantwortlich, dass auch die kleinste Pommesbude Strom für die Fritteuse bekommt. Seit fünf Jahren macht er diesen Job jetzt schon und kann auf viel Erfahrung bauen. „Etwa 90 mobile Verteilerschränke, von denen der Großteil im Besitz der Stadtwerke ist, werden von Subunternehmern an unser Netz angeschlossen“, erklärte er. Diese Zahl sei über die vergangenen Jahre konstant geblieben.

Damit stellt der Energieversorger in etwa 500 Anschlüsse für Dreh- und Wechselstrom zur Verfügung, in die die bis zu 400 Kunden ihre Stecker stecken können. Die meiste Energie saugen die Fahrgeschäfte – wie in diesem Jahr Wasserrutsche und Kettenflieger an der Hörn sowie das Riesenrad an der Kiellinie. „Den Power-Tower, der in den vergangenen Jahren hier war, mussten wir sogar an die 10-Kilovolt-Leitung anschließen, weil er so viel Strom verbraucht hat“, sagte Stricker.

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Die großen Musikbühnen saugen in etwa gleich viel Saft wie kleinere Fahrgeschäfte. Ob Crêpesbude, Fischbrötchenwagen oder Bierstand: Überall muss gebrutzelt, gebraten oder gekühlt werden. Besonders auf dem Internationalen Markt auf dem Rathausplatz stehen die Fressbuden dicht an dicht und benötigen Energie. „Bis zum Beginn der Veranstaltung haben wir nahezu sechs Kilometer Kabel verlegt“, sagte Stricker.

Insgesamt ist der Energieverbrauch in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, weil die Fahrgeschäfte immer größer wurden und wegen ihrer aufwändigen Technik und Beleuchtung deutlich mehr Strom benötigen. Auch die Musikbühnen mit Verstärkern und den großen Lichtanlagen sind nicht eben sparsam, obwohl die technischen Geräte immer effizienter geworden sind. „Gerade abends an den Wochenenden wird die meiste Energie verbraucht“, sagte Stricker.

„Aber die Kieler müssen keine Sorge haben, dass der zusätzliche Stromverbrauch des weltweit größten Segelevents Auswirkungen auf die örtliche Stromversorgung haben wird“, sagte Podolske. Bis jetzt gab es keinen Stromausfall während der Kieler Woche. Möglich ist, dass ein Verteilerschrank überhitzt – wenn die Sonne zu stark darauf scheint.

Während der Kieler Woche fließt auch jede Menge Wasser durch Schläuche und Leitungen, um die zahlreichen Stände, mobilen Toilettenhäuschen, Spülküchen und andere Verbraucher zu versorgen. „In etwa 4000 Kubikmeter Wasser werden benötigt. Das entspricht einem Jahresverbrauch von rund 30 Durchschnittshaushalten“, sagte Podolske.