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Kiel Wie eine Kielerin der Diagnose Krebs den Schrecken nimmt
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Kielerin nimmt der Diagnose Krebs den Schrecken

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16:24 02.12.2021
Von Kristiane Backheuer
Fit in Sachen Krebs: Heide Böse berät ehrenamtlich Krebspatienten. Nebenbei leitet sie noch eine Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen in Kiel. Am heimischen Schreibtisch dokumentiert sie anschließend die Beratungsgespräche.
Fit in Sachen Krebs: Heide Böse berät ehrenamtlich Krebspatienten. Nebenbei leitet sie noch eine Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen in Kiel. Am heimischen Schreibtisch dokumentiert sie anschließend die Beratungsgespräche. Quelle: Sven Janssen
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Das Lachen ist bezaubernd. Wer Heide Böse trifft, wird vermutlich sofort von ihrer fröhlichen Art beeindruckt sein. „Hier ist man in guten Händen“, ist der erste spontane Gedanke. Die 68-jährige Kielerin berät ehrenamtlich Krebspatienten für die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft. 33 Jahre lang hat sie als Krankenschwester in der Strahlentherapie gearbeitet. Nun gibt sie ihr Wissen und viele positive Gedanken an Ratsuchende weiter.

Heide Böse ist eine Frau der Tat. Klar hat sie Zeit für ein Interview. Auch wenn sie an diesem Tag in der Beratungsstelle in Eckernförde arbeitet und anschließend noch einen privaten Termin hat. Dann wird der Zeitungstermin eben auf den Abend gelegt. Auf ihrem großen Esstisch in ihrer Wohnung in Kiel-Suchsdorf liegen schon die Aktenordner. „Die Beratungsgespräche von heute muss ich noch dokumentieren“, sagt sie, schiebt die Unterlagen zur Seite und strahlt. Erstaunlich. Fast täglich ist sie mit dem Thema Krebs konfrontiert. Hört Leidensgeschichten, blickt in ängstliche und verzweifelte Gesichter.

So können Sie spenden

Der Verein KN hilft ruft in diesem Jahr zu einer Spendensammlung für die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein im Verbreitungsgebiet der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung auf. Dafür ist das Spendenkonto – Stichwort Gutes tun im Advent – bei der Förde Sparkasse eingerichtet: DE 05 2105 0170 1400 2620 00. Möchten Sie nicht, dass Sie als Spender in der Zeitung erwähnt werden, schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck „kein Name“. Möchten Sie eine Spendenbescheinigung, vermerken Sie bitte „Spendenbescheinigung“ und Ihre Adresse. Alle Spenden, die bis Ende des Jahres für „Gutes tun im Advent“ auf dem Konto eingehen, werden an die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein überwiesen. Damit werden zusätzliche Hilfen für von Krebs betroffene Familien finanziert.

Krebspatienten die Angst nehmen

Ob man die oft tragischen Schicksale nicht zwangsläufig mit nach Hause nimmt? „Ich bin ein Mensch, der gut abschalten kann“, sagt sie. Außerdem sehe sie ja täglich, wie motivierend ihre Arbeit sein kann. „Meist kann ich den Menschen ganz gut die Angst nehmen. Nach dem Gespräch wissen sie: Es gibt einen Weg.“ Offiziell ist Heide Böse für die Sozialberatung im Falle einer Krebserkrankung zuständig. Sie unterstützt bei Anträgen, erklärt, wie man eine Kur oder einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Aber ganz häufig dreht sich das Gespräch dann doch um viel mehr.

In der Imland-Klinik in Eckernförde hat sie ein großes Büro, das der Krebsgesellschaft dort zur Verfügung gestellt wird. „Durch Corona kann vieles schon am Telefon geklärt werden“, sagt sie. „Aber das persönliche Gespräch ist mir doch immer lieber. Mir ist wichtig, dass ich die Mimik sehe und die Patienten meine.“ Und da ist es wieder, das Lachen. Heide Böse hat viel in ihrem Leben gesehen. Doch ihre Zuversicht und positive Art nie verloren – und das ist ansteckend.

Während des Gesprächs wird schnell klar, dass sie für viele Krebspatienten der Sonnenschein ist. Der Mensch, der aufbaut. Der Halt gibt in schwierigen Zeiten. Immer wieder klingelt an diesem Abend das Telefon bei ihr zu Hause. „Viele Patienten erkundigen sich, ob sie mich bei Fragen auch außerhalb der Sprechzeiten anrufen dürfen“, erklärt sie. Sie dürfen.

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Heide Böse ist ein Mensch, der gerne für andere da ist. Bereits 2001 gründete sie die erste Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen am UKSH in Kiel. Weitere Gruppen entstanden in Heide, Rendsburg und Eckernförde. „Inzwischen leite ich aber nur noch eine in Kiel“, sagt sie. „Das reicht.“ In den Räumen der Krebsgesellschaft am Alten Markt in Kiel treffen sich bis zu 16 Frauen einmal im Monat. „Wir lachen viel“, sagt sie verschmitzt. „Bei mir geht es viel ums Leben.“ Irgendwie verwundert das nicht.  

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