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Kiel Aus für das Oblomow
Kiel Aus für das Oblomow
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08:00 27.08.2018
Von Oliver Stenzel
In diesem Jahr hätte das Oblomow sein 50-jähriges Bestehen feiern können. Stattdessen haben sich seine Türen nun geschlossen. Quelle: Oliver Stenzel
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Kiel-Ravensberg

So bleibt einem nichts anderes übrig, als sich seinen eigenen Reim auf die Schließung der seit 1968 bestehenden Institution zu machen, die wegen der sinkenden Nachfrage schon vor einiger Zeit ihren Mittagsbetrieb eingestellt hatte und es mit ihrem seit Langem unveränderten Einrichtungs- und Küchenkonzept immer schwerer gehabt haben dürfte, gegen die nachwachsende Konkurrenz zu bestehen.

Beim Interieur hat sich seit Langem nichts getan

„Das Interieur war tatsächlich immer noch genau dasselbe, für das wir uns bei der letzten Umgestaltung 2006 entschieden hatten“, bestätigt Klaus Koch, der das Oblomow 2008 an seinen ehemaligen Tresenmann weitergegeben hatte. Zuvor hatte der 61-Jährige, der zu Kiels erfolgreichsten Gastronomiepersönlichkeiten gehört und heute zusammen mit seiner Frau Ingelore Soll-Koch und ihrer Schwester Andrea Soll das Nil betreibt, die Gaststätte seit 1984 und damit fast ein Vierteljahrhundert lang geführt.

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Kochs erster Schritt bestand darin, das Oblomow wieder in die klassische Studentenkneipe zurückzuverwandeln, als die es Ende der Sechziger von einem Kollektiv um den Gastronomen Rudolf Pieritz gegründet worden war. Denn zwischenzeitlich hatten Anhänger der damals in Kiel populären Bhagwan-Bewegung versucht, in den weiß gestrichenen Räumlichkeiten unter dem Namen „Zorba the Buddha“ eine vegetarische Küche zu präsentieren. „Dafür war die Zeit damals definitiv nicht reif“, berichtet Koch.

Neuer Pächter will schon zum Semesteranfang wieder öffnen

Ein Update steht nun auch dem verlassenen Restaurant in der Hansastraße 82 bevor, für das bereits ein neuer Pächter gefunden ist. Allerdings möchte Fred Luick, der am anderen Ende der Straße bereits das klassische Bierlokal „Im Sattel“ betreibt, für das er in den vergangenen Jahren eine jüngere Zielgruppe gewinnen konnte, vorerst noch keine Details verraten. Fest geplant ist allerdings, dass die Türen des Lokals schon zum Semesteranfang wieder öffnen. Wermutstropfen am Rande: Sein geschichtsträchtiger Name wird dann voraussichtlich selbst Geschichte sein.

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