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Kiel Elke Pries-Hoffmann (68) aus Kiel besteigt den Kilimandscharo
Kiel

Kilimandscharo: Elke Pries-Hoffmann aus Kiel besteigt mit 68 den Gipfel

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11:00 22.12.2021
Von Jennifer Ruske
Einfach war es nicht, sagt Elke Pries-Hoffmann (Mitte, auf dem Foto mit ihren Guides). Als Belohnung nach steinigen Aufstiegen gab es atemberaubende Blicke über das Kilimandscharo-Massiv.
Einfach war es nicht, sagt Elke Pries-Hoffmann (Mitte, auf dem Foto mit ihren Guides). Als Belohnung nach steinigen Aufstiegen gab es atemberaubende Blicke über das Kilimandscharo-Massiv. Quelle: Elke Pries-Hoffman
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Hasseldieksdamm/Felde

So richtig sportlich aktiv war Elke Pries-Hoffmann eigentlich nie, sagt sie. Und dennoch hat sie sich auf eine besondere körperliche Herausforderung eingelassen – und geschafft, was auch gut trainierten Menschen nicht zwangsläufig gelingt. Die 68-Jährige hat den Kilimandscharo bestiegen. Genauer gesagt, den Kibo im Kilimandscharo-Massiv.

5681 Meter über dem Meeresspiegel: Stolz und mit Freudentränen in den Augen steht Elke Pries-Hoffmann mit ihren Guides vor dem Hinweisschild, das am Gilman’s Point auf dem höchsten Berg Afrikas aufgestellt wurde. Hier oben sind Bergwanderer nach dem Aufstieg – und besonders dem letzten, vier Kilometer langen, extrem steilen und anstrengenden Abschnitt, für den man gute zwölf (!) Stunden benötigt – dem Himmel ganz nah. „Das war wirklich ein bewegender Moment der Tour. Der Berg und besonders das Erreichen des Gipfels macht was mit einem, das lässt sich gar nicht in Worte fassen“, erinnert sich die gläubige Kielerin an das ersehnte Ziel ihres rund 45 Kilometer langen Aufstiegs, der sie bis an ihre Grenzen und weit darüber hinaus geführt hat. „Es war Anstrengung pur“, sagt die 68-Jährige. „Einige steile, felsige Wege, eiskalte Nächte im Zelt, Probleme in der Höhe, genügend Sauerstoff einzuatmen – ich habe teilweise aus dem letzten Loch gepfiffen.“ Aber Aufgeben kam für die energiestrotzende Frau nicht in Frage. „Ich möchte keine Minute missen.“

Grandiose Ausblicke erlebt Elke Pries-Hoffmann auf dem Kilimandscharo: Was man nicht sieht, sind schwierige Anstiege, steile Wege, die unglaubliche Kälte in der Nacht und die Schwierigkeiten, in der Höhe zu atmen. Quelle: Elke Pries-Hoffman

„Ich habe teilweise aus dem letzten Loch gepfiffen“

Doch wie kommt man auf die Idee, den höchsten Berg Afrikas zu erklimmen? Und das in einem Alter, in dem andere sich auf Ruhe nach langem Berufsleben sehnen? „Ich bin einfach reiselustig“, sagt Elke Pries-Hoffmann. Fremden Kulturen und fremden Sprachen gegenüber aufgeschlossen, das war die ehemalige Gemeinschaftsschullehrerin, die in Kronshagen Englisch, Französisch und Textillehre unterrichtete, schon immer. Doch Afrika stand als Urlaubsziel eigentlich nicht auf ihrer Liste.

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Der Grund: „Ich hatte immer wahnsinnige Angst vor Schlangen und vor Malaria – und beide kommen auf dem Kontinent vor“, erzählt die gebürtige Hasseldieksdammerin, die in Felde lebt. Ein Foto von Bananenplantagen und der Pflanzenvielfalt am Fuße des Kilimandscharos, das ihr ein Freund im vergangenen Jahr geschickt hat, sowie die spannenden Berichte aus Tansania sorgten für ein Umdenken. „Für mich war plötzlich klar: Ich muss da hin. Ich will den Kilimandscharo sehen und besteigen.“

Geschafft: Am Gilman's Point auf 5681 Metern Höhe lässt sich Elke Pries-Hoffmann zusammen mit Guide William fotografieren. Quelle: Elke Pries-Hoffman/privat

An Mut und Lust, Neues auszuprobieren, mangelt es der aktiven CDU-Kommunalpolitikerin nicht. In den vergangenen fünf Jahren hat sie diverse Bootsführerscheine gemacht und begonnen, Motorrad zu fahren. Nebenbei lernt sie Stepptanz, Spanisch und Russisch – „und als zehnte Sprache jetzt noch Swahili“. Das gehörte für sie mit zu den einjährigen Vorbereitungen ihrer Reise. Für die fing sie an zu wandern: von Felde zu ihrem Elternhaus nach Hasseldieksdamm, in dem ihre Tochter lebt, und zurück. Radtouren rund um den Westensee, aber auch Aufenthalte im Harz, um den Körper mit Höhe vertraut zu machen, standen ebenfalls auf dem Programm.

Der Berg ruft: Die nächste Tour ist in Planung

Im September 2021 ging es dann für drei Wochen nach Tansania. „Gebucht hatte ich die am wenigsten steil ansteigende Nord-Ost-Route ab Rongai-Gate nah der kenianischen Grenze.“ Insgesamt 90 anstrengende Kilometer hin und zurück lagen vor ihr. „Wir haben sehr viel Glück mit dem Wetter gehabt, es hat nicht einen Tag geregnet.“ Glück hatte die frühere Lehrerin auch mit ihren zwei Guides, William und Furaha. „Die beiden haben mir Mut gemacht und mich immer angespornt.“ Mit beiden will sie im nächsten Herbst einmal mehr den Kibo erklimmen – diesmal über eine andere, vegetationsreiche Route von Westen. Denn für sie ist ganz klar: „Da muss ich noch mal hoch. Der nächste Gipfel, der Uhuru-Peak, wartet schon.“

Reisebericht über die Kilimandscharo-Tour

In Vorträgen berichtet Elke Pries-Hoffmann über die Tour auf den höchsten Berg Afrikas und zeigt eigene Bilder. Die nächste öffentliche Veranstaltung findet am 25. Februar 2022 bei der Volkshochschule Felde statt. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Gemeinderaum in der Raiffeisenstraße 2a. Anmeldung und weitere Infos über die Volkshochschule in Felde, Tel: 04340 – 400 80 10, E-Mail vhs-felde@gmx.de. Bürozeiten: Dienstag 10 bis 12 Uhr und Donnerstag 17 bis 18 Uhr.

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