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Kiel Leser reagieren mit Unverständnis
Kiel Leser reagieren mit Unverständnis
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12:43 15.05.2019
Von Laura Treffenfeld
Der zweijährige Salih wurde bei einem Ausflug seiner Krippengruppe "Küken" am 7. Mai von seinen Betreuern der Kindertageseinrichtung des UKSH im Schrevenpark Kiel vergessen. Viele Leser reagieren darauf mit Unverständnis. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Reaktionen auf den kleinen Salih, der vergangene Woche von seinen beiden Kita-Betreuern im Schrevenpark in Kiel vergessen wurde, sind zahlreich. Viele äußern ihr Unverständnis über das Handeln der Erzieher der Kindertageseinrichtung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Bei dem Ausflug in den Park bestand die Gruppe lediglich aus sieben Kindern.

Der im Schrevenpark vergessenen Salih löst viele Reaktionen aus

"Darf nicht passieren", sagt etwa Michael Diez auf der Facebook-Seite der Kieler Nachrichten. "Man zählt die Gruppe vorher durch und wenn man geht, zählt man wieder durch und es muss die gleiche Anzahl sein. Das ist das kleine Erzieher-Einmaleins."

Yves Christian Stübe kann sich noch gut daran erinnern, wie er sich fühlte, als er selbst einmal als Kind verloren ging und er "allein an einem fremden Ort schwer verzweifelt heulend umher irrte". Dies sei für ihn "ein traumatisches Erlebnis" gewesen.

Andere Erzieher würden deutlich größere Gruppen händeln

Malte Lorenz spricht angesichts des Ereignisses Betreuern mit großen Gruppen seine Anerkennung aus. "Wenn zwei Betreuern, die auf sieben Kinder aufpassen sollen, ein Kind so leicht abhanden kommen kann, ohne dass man es bemerkt, dann muss man allen anderen, die ihren Job trotz wesentlich größerer Gruppen fehlerfrei machen, den größtmöglichen Respekt aussprechen".

Vergangene Woche irrte Salih Kartal (2) weinend und ganz allein durch den Schrevenpark Kiel. Er war dort von seinen beiden Kita-Betreuern vergessen worden.

Gepostet von Kieler Nachrichten am Dienstag, 14. Mai 2019

Kind wurde von der Polizei zu seiner Mutter zurückgebracht

Wie das UKSH Kiel bestätigte, wurde das Fehlen des Kindes erst in der Kita bemerkt. Polizeibeamte griffen den Jungen im Schrevenpark auf und brachten ihn zu seiner Mutter. Das war zügig möglich, da die Polizisten in der Regenhose des Kindes ein Namensschild entdeckten und so die Adresse der Eltern ermitteln konnten.

Laut Sprecher Matthias Felsch hat die Polizei Kiel nun eine Verdachtsanzeige wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht geschrieben und den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben.

Fall erinnert an den kleinen Umut-Can, der bei einem Kita-Ausflug in den Teich fiel

Viele, die Anteil nehmen an der Familie von Salih, erinnern sich nun auch zurück an den Fall des kleinen Umut-Can, der vor fünf Monaten während eines Ausfluges einer anderen Kita, der Kita Hangstraße im Stadtteil Ellerbek, in den Teich des Schwanenseeparks stürzte und wiederbelebt werden musste.

"Wie kann das passieren, dass ein Kind vergessen wird. Unglaublich", sagt Daniela Schröder. "Da überlegt man sich doch, ob man sein Kind fremd betreuen lässt. Erst was es der Junge, der in den Teich gefallen ist und nun das?"

Fall Salih ruft Heimaufsicht des Landesjugendamts auf den Plan

Für die Kita des UKSH Kiel, die seit 43 Jahren im Betrieb ist und derzeit 220 Kinder mit 64 Mitarbeitern zählt, hat der Fall von Salih noch weitere Folgen. Nach Angaben des Sozialministeriums ist die Heimaufsicht des Landesjugendamts informiert und wird in der Kita nun die Verfahren und Schutzkonzepte prüfen.

Die Kita des UKSH hat nun angeordnet, dass alle Kinder bei Ausflügen ab sofort verpflichtend gelbe Westen tragen sollen. Bis zum vergangenen Dienstag ist das nur eine Empfehlung gewesen. Diese hatten die beiden verantwortlichen Betreuer aber laut UKSH nicht angenommen.

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Kiel Fall für den Staatsanwalt - Erzieher vergessen Kind (2) im Schrevenpark

Vergangene Woche irrte Salih Kartal (2) weinend und ganz allein durch den Schrevenpark Kiel. Er war dort von seinen beiden Kita-Betreuern vergessen worden. Mit nur sechs weiteren Kleinkindern waren sie nach einem Ausflug zurück in die UKSH-Kita gegangen und hatten das siebte Kind zurückgelassen.

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