Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Trolle, Elfen, Zauber der heilen Familie
Kiel Trolle, Elfen, Zauber der heilen Familie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 14.04.2019
Von Thomas Richter
In der Komposition des englischen Cross-Over Könners Sir Karl Jenkins geht's um Menschen, Trolle, Elfen und um die Identität einer Familie. Quelle: Olaf Struck
Kiel

Vor über zwanzig Jahren, als noch kein Mitglied des phänomenalen Kieler Kinder-und Jugendchores geboren war, begeisterte eine Werbespot für Transatlantikflüge der Delta Airlines die Menschen. Zu ethno-poppigen, neo-klassischen Chor-Klängen sah man Sonnenuntergänge, blaue Himmel, noch blauere Meere, Delphine und viele Flugzeuge. Die Musik dazu schrieb Karl Jenkins, der Song hieß „Adiemus“ und wurde ein Welterfolg.  Etwa zur gleichen Zeit 1997 wurde Jenkins Märchenoper „Eloise“ uraufgeführt. Auch die handelt von einer magisch anmutenden Reise und dem Überwinden großer Distanzen. Auch wenn diese hier eher menschlich als geografisch zu verstehen sind.

Von der Realität in die Traumwelt… und zurück

Nele Tippelmann fliegt mit ihrer Inszenierung sogar noch etwas weiter, nämlich von der Realität in eine Traumwelt. Probleme gibt’s allerdings hüben wie drüben. Eloise ist als Trennungskind den ganzen Tag allein mit sich und ihrem Kummer. Sie flüchtet sich in Bücher und ihre Phantasie. Ihre vier Brüder leben beim Vater, und sie bekommt ihn und die Jungs kaum zu Gesicht. Ihr Geburtstag lässt die Sehnsucht nach einer heilen (Familien-)Welt wieder ausbrechen. Und so träumt sich Eloise weit weg in ein Märchenreich. Dort überlässt die Troll-Königin ihre vier Söhne als Pfand für die Geburt ihrer einzigen Tochter der Obhut des Vaters, dem finsteren Elfenfürsten Volhek. Der verwandelt die Brüder dafür umgehend in Schwäne. Eloise macht sich auf, den Fluch zu brechen und damit gleichsam ihre entzweite Familie wieder zu vereinen. Die Grenzen verwischen.

Spannende Inszenierung in großartigem Bühnenkonzept

Wieder einmal gelang es Regisseurin Nele Tippelmann aus der kleinen Form etwas Großes und Spannendes zu machen. Um das Stück nach Motiven einer Nordischen Sage und des Märchens „Die sieben Raben“ der Gebrüder Grimm zum Leben zu erwecken,  hilft ihr auch Nina Sievers großartiges Bühnenkonzept, das ein Jugendzimmer mit einigen zündenden Ideen ruckzuck in einen Zauberwald verwandelt. Allein die Art, wie die 35 Choristen im Alter von 12 bis 20 Jahren durch Schranktüren und Klappen, hinter Vorhängen und Fenstern in das Zimmer „einfallen“  ist ein wunderbares Bild dafür, wie man von der eigenen Phantasie verschlungen werden kann. Hinzu kommen die tollen Kostüme (Sabine Keil), Licht und Effekte. Allein die Verwandlung der Prinzen in Schwäne als projiziertes Schattenspiel ist ein poetischer Hingucker. Das ganze Stück hat eine heitere Leichtigkeit und verliert sein eigentliches Thema dabei nie aus den Augen. 

Farbenfrohes, durchsetzungsfähiges Klangbild

Eingerahmt von einem gesanglich wie darstellerisch vorzüglichen Ensemble, gelingt es den drei erfahrenen Haupt-Solisten Tessa Torff (Eloise), Carolin Meyer (Mutter/Trollkönigin) und Kristof Hansen (Vater/Elfenfürst) ihren Figuren hohe Präsenz und eine starke Aura zu geben, die den Wechsel zwischen Traumwelt und behaupteter Realität sicher tragen.  Moritz Caffier, Dirigent des 11-köfigen Profi-Orchesters und Leiter des Jugendchores, findet ein farbenfrohes durchsetzungsfähiges Klangbild für die schillernd-eingängigen Melodien der Partitur. Denen ist ein hoher Disney-Faktor nicht abzusprechen. Und das ist hier durchaus positiv gemeint.

Kiel Am Strand in Schilksee - Drei Kubikmeter Müll gesammelt

Sommer, Sonne, sauberer Strand – davon träumen die Meerbesucher. Ob das Wetter gut ist, können Menschen nicht beeinflussen, die Sauberkeit des Strands schon. Allerdings nehmen nicht alle Gäste ihren Müll mit. Jetzt haben freiwillige Helfer den Strand in Schilksee gereinigt.

Steffen Müller 14.04.2019
Kiel Mit Schwert hantiert - SEK holt Mann aus seiner Wohnung

Aufregung an der Rendsburger Landstraße in Kiel: Am späten Sonnabend wurde das SEK zu einem Einsatz gerufen. Ein psychisch kranker Mann hatte sich in seiner Wohnung verschanzt und mit einem Schwert hantiert.

Steffen Müller 14.04.2019

Aus Unmut über steigende Mieten sind am vergangenen Wochenende in deutschen Städten Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Auch in Kiel ist die Situation aufgeladen. Immer wieder in der Kritik: das Unternehmen Vonovia, das in Kiel die ehemalige KWG und insgesamt 15.000 Wohnungen besitzt.

Karen Schwenke 14.04.2019