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Kiel Zu viel Quecksilber: Kiel steuert um
Kiel Zu viel Quecksilber: Kiel steuert um
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06:45 12.05.2017
Von Martina Drexler
Im Klärwerk Bülk fallen 33.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr aus Kiel und 20 Umlandgemeinden an. Quelle: hfr
Kiel

Klärschlamm gilt sowohl als heiß umstrittene Schadstoff- wie auch wertvolle Nährstoffquelle. In Kiel und 20 Umlandgemeinden fallen derzeit etwa 33000 Tonnen Klärschlamm im Jahr an, die hauptsächlich auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht werden, wenn deren Belastung mit Schwermetallen bestimmte Grenzen nicht überschreiten. In der Vergangenheit war das nie ein Problem. Die Quecksilber-Belastung lag mit 0,6 bis 0,8 Mikrogramm pro Kilo Trockensubstanz Klärschlamm deutlich unter der Grenzmarke von acht Mikrogramm. Doch 2016 wurde der Wert auf nur noch ein Mikrogramm gesenkt. Im Herbst 2016 ergaben Proben eine höhere Belastung als zulässig, sodass 7700 Tonnen belastete Schlämme in Verbrennungsanlagen außerhalb Schleswig-Holsteins transportiert werden mussten. Zurzeit gibt es nach Angaben der Stadt Kiel, die jetzt regelmäßig Proben nimmt, keine Auffälligkeiten. Der Klärschlamm landet wieder auf den Feldern.

Weitere Umweltauflagen im Sommer erwartet

Weitere Verschärfungen im Sommer stehen im Rahmen neuer Wasser-Rahmenrichtlinien an. Der Weg weise daher, teilte der scheidende Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) der Politik mit, in Richtung Mono-Verbrennung – ein Verfahren, bei dem die Chance, wertvolles Phosphor so schonend wie möglich zurückzugewinnen, am größten zu sein scheint. Länder wie Bayern und Baden-Württemberg haben sich längst von der landwirtschaftlichen Verwertung verabschiedet – im Gegensatz zu Schleswig-Holstein, das über keine ausreichend mit Verbrennungskapazitäten ausgestattete Anlage verfügt.

Für Kiel wird die Entsorgung nach einem Kurswechsel hin zur Mono-Verbrennung teurer. Unter der Annahme, dass ein Drittel der Menge verbrannt und der Rest auf die Äcker kommt, hat die Stadt einen steigenden Finanzbedarf von rund einer Million Euro auf 1,75 Millionen Euro im Jahr errechnet. Muss der gesamte Schlamm verbrannt werden, sind es demnach sogar drei Millionen Euro.

Derzeit bricht die Freiluft-Saison auf dem Bernhard-Minetti-Platz aus. Da fällt es nicht leicht, im Geist zwei Jahreszeiten weiter zu springen und sich eine ganz andere Szenerie vorzustellen: Buden, Glühwein, Bratwurst. So soll es in der diesjährigen Adventszeit kommen.

Oliver Stenzel 12.05.2017

Weiterhin skeptisch verfolgt der Ortsbeirat Gaarden die Entwicklung um das geplante Theaterschiff in der Hörn. Zwar begrüßen die Stadtteilvertreter, dass Bewegung in die Sache gekommen ist, Kritik gab es aber an den Einschränkungen, denen die Gastronomie an Bord unterliegen soll.

Martin Geist 11.05.2017

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hat den Besetzern auf dem Möbel-Kraft-Gelände am Mittwoch ein Gesprächsangebot gemacht. Am Donnerstag hat die Polizei begonnen, die Personalien festzustellen. Möbel Kraft arbeitet jetzt an einer einstweiligen Verfügung.

11.05.2017