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Kiel 2020 soll die Anlage klimaneutral sein
Kiel 2020 soll die Anlage klimaneutral sein
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18:30 02.08.2019
Von Niklas Wieczorek
Auf dem Gelände des Klärwerks Kiel auf der Bülker Huk (Strande) hat sich bereits einiges in Richtung Effizienz getan. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Strande

Zehn Millionen Euro werden laut Stadt insgesamt investiert, um das Klärwerk moderner aufzustellen: Das braucht jährlich etwa elf Gigawattstunden Strom, kann aber schon jetzt 8,5 davon selbst erzeugen. Jetzt geht es an den Rest: "Für viele ist ja nicht so sichtbar, was hier außerhalb der Stadt passiert", sagte Leiter Klaus Reichel.

LED-Lampen, neue Gasspeicher und -reiniger

Und zwar werden nicht nur die Lampen auf dem Gelände derzeit komplett in LED umgerüstet, wodurch 88.000 Kilowattstunden jährlich eingespart werden können. Vielmehr wird jetzt die Eigenstromproduktion effizienter gemacht: Denn aus dem Abwasser wird Strom erzeugt, indem das entstehende Gas verbrannt wird. Durch einen neuen Niedrigdruckgasspeicher – Hochdruck, so Reichel, brauche man heute nicht mehr – mit 5000 Kubikmeter Inhalt sowie zwei Behältern zu dessen Reinigung laufe das deutlich effektiver.

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Und dort, wo das Gas verbrannt wird, wird ebenfalls erneuert: So erhält das Blockheizkraftwerk Schritt für Schritt neuere und effizientere Motoren. Der höchste Energiebedarf auf dem Gelände herrscht im sogenannten Belebungsbecken, dem laut Reichel "Kernstück einer Kläranlage", das 60 Prozent des Gesamtverbrauchs frisst und ebenfalls durch neue Leitungen effizienter gestaltet wird.

Eigenmotivation im Klärwerk

Beeindruckt von den Maßnahmen zeigte sich auch Peter Bender, Leiter des Tiefbauamtes und damit auch Vorgesetzter vom Klärwerk als Bestandteil der Stadtentwässerung: "Das sind schon echte Tüftler, echte Optimierer hier." Viele der Umbauten seien von den Technikern vor Ort selbst entwickelt und erdacht worden. Bundesfördergelder, wie für die neue LED-Beleuchtung, tragen ebenfalls einen Teil dazu bei.

Treibt die Stadt zur Energieeinsparung an? "Nein, das machen wir schon selber", sagt Reichel bewusst. Das Ziel eines Klärwerks sei, 100 Prozent des eigenen Energiebedarfs selbst zu decken.

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