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Kiel Von Hügelbeeten und alten Hüten
Kiel Von Hügelbeeten und alten Hüten
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12:21 05.07.2019
Von Karina Dreyer
Eine Woche beschäftigten sich Klaus-Groth-Gemeinschaftsschüler mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Alten Mu. Wie modisch und nachhaltig ist Second-Hand-Mode? (von links) Youssef Mousa, Kaschen Kongkaeo, Gabriele De Lucia, Yakine Bedoui und Simge Karakoc schauten sich im "Glückslokal" um.
Eine Woche beschäftigten sich Klaus-Groth-Gemeinschaftsschüler mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Alten Mu. Wie modisch und nachhaltig ist Second-Hand-Mode? (von links) Youssef Mousa, Kaschen Kongkaeo, Gabriele De Lucia, Yakine Bedoui und Simge Karakoc schauten sich im "Glückslokal" um. Quelle: Karina Dreyer
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Von Permakultur, eigenem Honig, Wachstüchern statt Frischhaltefolie, Müllvermeidung, bis zu Second-Hand-Kleidung und wiederverwertbarem Holz: Die Schüler konnten sich an drei Tagen in jeweils zwei von sechs Workshops informieren und selbst aktiv werden. „Uns geht es um den Wissenstransfer zwischen Jung und Alt und darum, den Schülern früh Alternativen aufzuzeigen“, erklärt Felix Pape von der Alten Mu.

Krieg gegen die Natur

Draußen im schattigen Vorgarten legten die Schüler mit Mathias Semling vom Verein Permakulturzentrum Hügelbeete an. „Ich habe eine Ausbildung zum konventionellen Gärtner gemacht und dabei hat mich vieles gestört, wie beispielsweise der Einsatz von künstlichem Düngemittel. Ich bezeichne das als Krieg gegen die Natur“, sagt er und zeigt den Schülern, wie es anders funktionieren kann.

So basiert die von ihm angewandte Permakultur für Landwirtschaft und Gartenbau auf natürlichen Kreisläufen. „Die Hügel bestehen aus Schichten mit verschiedenen Materialien, auf die wir unter anderem Kürbisse, Zierpflanzen und Salat pflanzen“, beschreibt er. Integrieren statt trennen, um der Monokultur eine Polykultur entgegenzusetzen.

Projektarbeit zur richtigen Mülltrennung

Bei Finja Hinstedt kam dieser Workshop besonders gut an. „Wir sollten in der Schule viel mehr Obst und Gemüse essen und anbauen“, schlägt sie vor. Die 16-Jährige hat noch eine andere Idee: „Ich habe hier erfahren, dass Kassenbons in den Restmüll gehören und nicht in die blaue Tonne“. Denn meist werden sie auf Thermopapier gedruckt, das mit einer schädlichen Chemikalie beschichtet ist. Mit den jüngeren Schülern möchte Finja im Rahmen einer Projektarbeit über die richtige Mülltrennung reden. 

Second-Hand nichts für die Schüler

Zu den Workshops gehörte auch das Glückslokal, bei dem man ein Bewusstsein für den kritischen Konsum schaffen möchte. „Jeder kann aussortierte Sachen bringen, die wir dann auf ihren Zustand und die Hygiene kontrollieren. Vereinsmitglieder dürfen sich dann zehn Mal im Monat etwas aussuchen“, beschreibt Sarah Klawonn. Momentan gibt es 900 Mitglieder, der monatliche Beitrag liegt bei 5 Euro.

Die Schüler konnten stöbern und erkunden, was positiv und negativ an Second-Hand-Dingen ist. Das Glückslokal selber fanden die Schüler klasse, nur es zu nutzen, davon waren sie noch nicht überzeugt. „Ich bin nicht der Typ für gebrauchte Sachen“, meint Simge Karakoc. „Ich würde Second-Hand nur Vintage-Sachen aus den 90ern kaufen“, kommentiert Gabriele De Lucia. „In dem Alter hätte ich aber auch noch nicht Second-Hand gekauft“, erinnert sich Klawonn. 

Erst der Anfang einer Kooperation

Schulleiter Christian Bornhalm betont, dass die Workshops erst der Beginn ihrer Kooperation seien. „Wir würden gerne einen Werkraum hier regelmäßig nutzen“. Und Felix Pape lud nicht nur die Schüler ein: „Hier kann sich jeder an allen Projekten beteiligen“. Heute gibt es dann in der Schule einen Rückblick, denn Mitschüler drehten einen Film über die drei Tage an der Mu. Finanziert wurden die Workshops mit 4000 Euro vom Jugendamt der Stadt Kiel.

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