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Kiel Ein Zeichen setzen in schwierigen Zeiten
Kiel Ein Zeichen setzen in schwierigen Zeiten
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09:00 25.06.2018
Von Kristiane Backheuer
Klaus Onnasch besuchte die Kieler Partnerregion Hatay und landete sogar auf dem Titel der AKP-nahen türkischen Tageszeitung. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Er wollte schauen, wie sich die von Kieler Bürgern finanzierte Schule für syrische Flüchtlingskinder entwickelt. Ein Zeichen setzen, dass Freunde auch in schwierigen Zeiten füreinander da sind. Seit 2012 besteht die Partnerschaft zwischen Kiel und Hatay. Die Zeiten waren schon einmal einfacher.

Klaus Onnasch ist nicht nur mutig, sondern hat auch ein großes Herz. „In Zeiten, wo es eng wird für die Menschen“, sagt er, „ist es eine wunderbare Hilfe, wenn Freundschaften bekräftigt werden.“ So packte er Stifte sowie bunte Malfarben für die Schulkinder und etliche warmherzig verfasste Briefe in seinen Koffer. Briefe von Kieler Schülern, von Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, von der türkisch-islamischen Gemeinde in Kiel, von der katholischen Kirche. „Die türkische Provinz Hatay mit der Hauptstadt Antakya ist geprägt von Toleranz und Frieden“, sagt Onnasch. „Vielfältige Kulturen und Religionen begegnen sich hier auf einzigartige Weise.“

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„Wir sind die Region des Friedens“, sagen die Bewohner selbst. Und darauf sind sie stolz. Die sunnitischen Muslime, die alawitischen Muslime – teils mit türkischen, teils mit arabischen Wurzeln –, die Armenier, die Juden und die Christen. Über Jahrzehnte hat sich hier am Mittelmeer das Miteinander verschiedener Religionen ausbalanciert.

Für den Frieden, für ein menschliches Miteinander hat sich Klaus Onnasch schon immer eingesetzt. Er engagiert sich im Interreligiösen Arbeitskreis Kiel, schiebt mit anderen den Kieler Verein „Brückenbauen“ und die Partnerschaft zwischen Kiel und Hatay an. Von seiner aktuellen Reise, die vor rund zwei Wochen endete, hat er trotz der angespannten Lage viele gute Erlebnisse mitgebracht. Er berichtet von der ermutigenden Entwicklung der Flüchtlingsschule, deren Bau von Kiel so wirksam unterstützt wurde. „Der Spielplatz, der dazu gehört, ist enorm wichtig“, sagt er. „Bewegung ist vor allem für die traumatisierten Kinder entscheidend.“ Er berichtet von Jungen und Mädchen, die immer wieder Bilder malen, auf denen die Grenzen verschwunden sind. Bilder voller Hoffnung, auf denen sie in ihre Heimat Syrien zurückkehren können.

Ev Pagel und er bekommen sogar einen Termin beim Oberbürgermeister von Hatay, Lütfü Savas. In Hatay haben mehr als 500000 Menschen vor dem syrischen Bürgerkrieg Zuflucht gesucht. Die Zeitungen berichten über den deutschen Besuch. In der Zeitung Dogus landen die beiden Kieler sogar auf der Titelseite.

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