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Kiel Langer Weg zum digitalen Krankenhaus
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08:25 06.12.2016
Von Martina Drexler
Während im OP-Saal einem Patienten ein Herzschrittmacher eingesetzt wird, erhält die kardiologische Assistentin Birgit Saß am PC nebenan alle entscheidenden Daten über mögliche Herz-Rhythmus-Störungen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Wirtschaftlich arbeiten, konkurrenzfähig im Wettbewerb mit privaten Anbietern bleiben, das Angebot für Patienten verbessern: Das waren die Gründe, weshalb Ende 2000 das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) Neumünster, das Klinikum Itzehoe und das Westküstenklinikum (Heide und Brunsbüttel) sich zu einem bis dahin bundesweit ungewöhnlichen Verbund zusammenschlossen. Das Städtische Krankenhaus in Kiel (SKK) kam als jüngstes Mitglied erst 2011 dazu. Die Bilanz von Roland Ventzke, Geschäftsführer des SKK, fällt nach fünf Jahren positiv aus: Der Verbund der mittlerweile sechs Partner (6K) sei ein Erfolgsmodell.

 Ob der zentrale Einkauf, der Rabatte einbrachte, oder die Abstimmung über Fort- und Weiterbildung – die Partner haben sich laut Ventzke aufgemacht, voneinander zu lernen, um sich als kommunale Schwerpunkt-Krankenhäuser noch effektiver aufzustellen: „Wir suchen gute Lösungen, um gemeinsam besser zu werden und voneinander zu lernen.“ Die Patienten profitierten von einer hochwertigen Versorgung.

Digitalisierung kann Personal entlasten

 Das Thema bei der jüngsten gemeinsamen Klausurtagung war der Vormarsch der Informationstechnologie im Klinikalltag. Die Digitalisierung kann helfen, das Personal zu entlasten, indem sie etwa die Arbeitsabläufe bei Erfassungs- und Dokumentationsaufgaben strafft. Jede Entlastung, erklärt der Klinikverbund, sei auch ein Zeitgewinn und verbessere die Versorgung der Patienten. Doch wie in allen anderen Branchen auch zieht die Einführung neuer Systeme und Anwendungen erst einmal hohe Kosten und viel Personalaufwand nach sich. Bernhard Ziegler, Geschäftsführer Klinikum Itzehoe und im Verbund Leiter der IT-Arbeitsgruppe, stellt sich daher auch die Frage, ob IT eher Unterstützung oder Behinderung darstelle. Keinen Zweifel haben aber alle Geschäftsführer daran, dass moderne Systemtechnik bei den Investitionsplanungen der 6K-Kliniken eine große Rolle spielt.

 So plant das Städtische Krankenhaus, auf digitale Spracherkennung umzusteigen und einen Mitarbeiterausweis einzuführen, der den Zugang zum elektronischen System ermöglicht. Für ein neues Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem, dessen Kosten Ventzke mit 750000 Euro veranschlagt, ist man in Kiel mitten im Beschaffungsverfahren. Bei aller Gemeinsamkeit im Verbund und Ventzkes Einschätzung, „ein Stück weit ein Wir-Gefühl entwickelt zu haben“, gibt es jedoch keine einheitliche IT-Strategie. Die Häuser seien selbstständig und setzten eigene Prioritäten, sagt er.

IT soll Arbeit erleichtern

 Auf lange Sicht, ist der Geschäftsführer überzeugt, wird die IT die Arbeit erleichtern: „Aber der Weg dahin ist ein langwieriger. Die Tücke liegt oft im Detail“, verweist Ventzke auf vielfältige Hürden. Das Problem sei die Integration in die elektronische Patientenakte, bei der andere Länder viel weiter als Deutschland seien. Das Krankenhaus-Informationssystem im Städtischen ermöglicht es zumindest, dass heute schon Labordaten nach der Blutabnahme und deren Auswertung den Patienten zugeordnet werden können.

 Mittlerweile versorgen die sechs wirtschaftlich gesunden Kliniken, die sich auch als Wettbewerber verstehen, 25 bis 30 Prozent aller Patienten in Schleswig-Holstein stationär. Sie liegen damit mit dem Universitätsklinikum gleichauf. Jetzt aber ist der „Verbund an seine Grenzen gestoßen“, räumt Ventzke ein. Ohne Fusionen seien weitere Einsparungen kaum mehr möglich, darin sind sich die Geschäftsführer einig.

So etwas gab’s in Kiel noch nie: Bis zu 2500 Kinder treten als Sänger in der Sparkassen-Arena auf, ihre Eltern hören ihnen zu, und alle gemeinsam haben dabei ihren Spaß. Gleich drei solcher Monsterkonzerte nacheinander will der Verein „Klasse, wir singen“ am 1. Juli 2017 organisieren.

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