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Kiel So will Kiel die Wende schaffen
Kiel So will Kiel die Wende schaffen
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16:30 06.08.2019
Von Niklas Wieczorek
Klima ist nicht gleich Wetter: Aber der über Kiel verhängte sogenannte Climate Emergency erhöht den Druck auf die Verwaltung, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Quelle: Frank Molter
Kiel

Wird das kostenlose und unbegrenzte Parken auf dem Wilhelmplatz abgeschafft? Werden immer mehr Radspuren auf Straßen geschaffen? Und wie viel kostengünstiger oder sogar kostenfreier öffentlicher Personennahverkehr ist eigentlich möglich? Antworten auch auf diese Fragen könnten sich aus dem 23-Punkte-Programm (zuvor waren es 14) ergeben, das Bau- und Umweltdezernentin Doris Grondke am Dienstag vorstellte. Mit diesen Initiativen will die Verwaltung dem in Kiel ausgerufenen Klimanotstand gerecht werden.

"Kiel ist schon seit sehr langer Zeit Klimaschutzstadt", sagte Grondke. Aber der Druck, beispielsweise durch die Demonstrationen der Bewegung von "Fridays for Future", sei spürbar gestiegen. Gemeinsames Handeln sei daher jetzt notwendig, um Klimaneutralität in Kiel noch eher zu erreichen als 2050, was die Stadt in einem Masterplan bereits anvisiert hatte. Dafür soll das Programm Schritte liefern. Es liegt den Ausschüssen und der Ratsversammlung im August zum Beschluss vor.

Einige kleinteilige Punkte zur Energie

Was steht drin? Zunächst einmal einige Punkte zur Energie: Das neue Kraftwerk soll mit erneuerbaren Energien bestenfalls aus dem Stadtgebiet betrieben werden. Dafür werden Lösungen gesucht. Städtische Liegenschaften sollen ungeachtet der schnellen Wirtschaftlichkeit mit Fotovoltaik-Anlagen versehen werden. Energetische Sanierungen im Bau werden ebenso gefordert wie gefördert. Und über einen Klimaschutzfonds sollen 100 Haushalte bis zu 300 Euro für den Austausch von Kühl- und Gefriergeräten erhalten.

So weit, so kleinteilig: Den größten Wurf, so sieht das die Stadt auch selbst, plant sie in der Verkehrswende. Neben der Modernisierung der KVG-Busflotte und der derzeitigen Überprüfung, inwieweit die Schwentinefähre gratis nutzbar werden kann, nimmt die Verwaltung den Radverkehr in den Blick.

Für die Wege soll die jährliche Investition pro Kieler Bürger auf 30 Euro im Jahr gesteigert werden, so Tiefbauamtsleiter Peter Bender. Derzeit liege sie bei 17 Euro. Auch große europäische Fahrradstädte wie Amsterdam und Kopenhagen wiesen lediglich etwa 25 Euro auf. Die Steigerung soll in Kiel durch je zehn Millionen Euro zusätzlich in den kommenden fünf Jahren sowie Umschichtungen im Verkehrswegebau gelingen.

Förderung des Radverkehrs und Klima-Camp

"Wir nehmen Fahrstreifen den Autofahrern weg, um sie den Radfahrern zuzuschlagen", sagt Bender. Und in einer Überprüfung solle auch geklärt werden, inwieweit der Wilhelmplatz als Parkplatz in seiner derzeitigen Form noch angemessen ist. "Wenn man eine Wende will, ist es wie beim Segeln", sagt Grondke: "Man dreht um."

Wie auch bei Grondkes langfristiger Perspektive für eine autofreie Innenstadt in Kiel sei aber entscheidend, die Wende gemeinsam mit den Bürgern anzugehen: Eine wesentliche Veranstaltung dafür sei vom 20. bis 22. September angedacht. In einer öffentlichen Klimaschutzwerkstatt "Kiel packt an!" an der Kiellinie sollen in Kooperation mit "Fridays for Future" Ideen und Anregungen für mehr Klimaschutz in Kiel gefunden werden.

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